Kitesurfen in
Venezuela
Isla Magarita & Isla Coche

Margarita, was im Namen schon irgendwie an Urlaub, oder zumindest an einen bekannten Drink erinnert, liegt im Süden der Karibik unmittelbar vor der Ostküste von Venezuela und wird aufgrund ihrer landschaftlichen Schönheit auch Isla Bonita genannt. Die Isla Margarita gehört zu den Kleinen Antillen und bietet dank stetigem Nordostpassat zwischen Januar und März eines der windsichersten Kitereviere. Hinzu kommen die ganzjährig herrschenden Tagestemperaturen zwischen 26 °C und 33 °C, während das Meerwasser nie kälter als 25 °C wird. So far, so Traumhaft. Leider ist Venezuela in der Vergangenheit, vor allem bedingt durch die Scherereien mit den USA sowie der wirtschaftlichen Entwicklung durch die bis zuletzt vorherrschende Regierung immer mehr in Verruf geraten. Dies hat sich natürlich auch auf den Tourismus niedergeschlagen, was die Anreise aus Europa als auch aus anderen Ländern mittlerweile etwas komplizierter gestaltet als z.B. eine Reise in die Dominikanische Republik. Wir haben uns dennoch entschlossen nach unserem einmonatigen Trip durch Brasilien den Weg auf uns zu nehmen und herauszufinden ob sich Margarita und seine umliegenden Inseln auch 2016 noch als hervorragende Kitedestination eignen.

Anflug auf Isla Margarita
Anflug auf Isla Margarita

Dreh- und Angelpunkt: Der Ort El Yaque

Sofern man von Ort sprechen kann, ist El Yaque quasi eine etwa 1km lange Einbahnstraße welche von Hotels zur Strandseite gesäumt wird. Dazwischen gibt es ein paar Restaurants sowie Bodegons, die kleinen Supermärkte in denen man nicht das Meiste, aber zumindest das Nötigste bekommt.

Einst verschlafenes Fischerdorf und Windsurfparadies europäischer Aussteiger in den 90ern, ist El Yaque mittlerweile zur Feriendestination der venezolanischen Oberschicht mutiert. Statt easy going, Surfercharme und Hang-Loose-Lifestyle erwartet einen an der Beachfront vor allem in den Weihnachtsferien viel Silikon, Cocktails aus Plastikbechern und Reggeaton in allen erdenklichen Variationen.

Dass El Yaque seine besten Zeiten bereits hinter sich hat, wird an vielen Stellen deutlich: Der Putz an den Hotels bröckelt und das Straßenbild ist geprägt von alten amerikanischen Benzinschleudern die jedem deutschen TÜV-Prüfer Alpträume bereiten würden. Vielleicht ein bisschen wie Kuba, nur ein bisschen mehr Ghetto. Nichts desto trotz ist El Yaque immer noch erste Anlaufstelle für alle Freunde windgetriebener Sportarten.

Kitesurfen auf der Isla Margarita & Isla Coche

Es gibt 3 offizielle Kitespots auf der Isla Margarita selbst. Diese sind El Yaque Kitebeach, Playa la Restinga sowie Macanao. Darüber hinaus gibt es die vorgelagerten Inseln Isla Coche sowie Isla Cubagua.

El Yaque Kitebeach
El Yaque Kitebeach

El Yaque Kitebeach: Zickig, Bumpy und Böig

Zugegeben, dass El Yaque nicht der Spot unserer Wahl sein würde, konnten wir durch unsere Vorabrecherchen schon rausfinden. Windsurfparadies ist eben nicht auch gleich Kiteparadies. Der Wind weht hier Side-On, ist dabei ziemlich böig, was das Starten und Landen enorm erschwert und mit dermaßen viel Chop hat man mit Twintips und Wakestyle-Ambitionen nicht wirklich viel Spaß.

Etwa 500m Upwind gibt es angeblich eine kleine Lagune mit Flachwasser, der Wind soll aber auch nicht besser sein und sich eine halbe Stunde Upwind durch den Chop wühlen, dafür waren wir dann auch zu faul. Abgesehen von den Bedingungen ist El Yaque Beach aufgrund der vielen Badegäste und der kleinen Start- und Landezone nicht unbedingt der empfehlenswerteste Spot.

Kitesurfing El Yaque Kitebeach
El Yaque Kitebeach

La Restinga & Macanao — Abenteuer im Norden.

Die an der nördlichen Küste gelegenen Kitespots sind etwas komplizierter zu erreichen, Touristisch nicht wirklich erschlossen und bieten auch keine Infrastruktur. Als Ortsunkundiger ist es laut Aussagen der Locals auch nicht unbedingt empfehlenswert auf eigene Faust dorthin aufzubrechen. Sollte man sich doch dazu entschließen erwarten einen an der Nordküste surfbarer Swell mit Wellen zwischen 2-4ft. Wer Bock auf Welle hat und jemanden vor Ort findet, der einem eine Tour organisiert, dem ist dies sicherlich einen Abstecher wert.

Isla Coche — Butterflat Paradise

Kitesurfen auf der Isla Coche
Kitesurfen auf der Isla Coche

Unser absoluter Favorit und nahezu Homespot während unserer Zeit auf Isla Margarita bzw. Coche. Ich habe schon vor der Reise Kitesurfvideos von Coche gesehen und nicht umsonst war Coche auch in der Vergangenheit Ort des VKWC-Tourstopps. Super konstanter Offshore Wind und spiegelglattes Wasser lassen jedem Wakestyler und Flachwasserliebhaber das Herz aus der Brust springen. Der Sand ist fast weiß und das Meer türkis-blau. Es wird relativ schnell tief, was perfekte Bedingungen bringt um an seinen Tricks zu üben. Durch die entsprechend exponierte Lage ist man dazu meist fast alleine auf dem Wasser. Der Wind ist etwas schwächer als in EL Yaque und startet in der Regel erst gegen 12:00. Chris von Cochekitesports, dem einzigen lokalen Kitecenter hilft euch in allen Fragen und bietet neben Rescue auch faire Preise für alle die noch Material oder die ein oder andere Kitestunde brauchen.

Kitesurfen auf der Isla Coche
Kitesurfen auf der Isla Coche

Leider hat natürlich alles irgendwo seine Haken: In diesem Fall ist es die Sache mit dem Transfer bzw den Unterkünften. Man kann bei ausreichend(!) Wind in etwa 30 Minuten einen Downwinder nach Coche machen. Zurück ist dies allerdings nicht (so einfach) möglich! Es fahren täglich Boote von El Yaque nach Coche zwischen 09.00 und etwa 11.00 Uhr. Diese sogenannten Cooperativos kosten zur Zeit umgerechnet etwa 1,5USD hin/zurück (1000BSF) . Problem an der Sache: Die Rückfahrtszeiten sind recht unvorteilhaft für Kiter, denn das letzte Boot geht meist schon um 15.30 Uhr zurück und es ist leider auch nicht immer garantiert dass man ein Boot bzw. einen Platz bekommt. Wenn man in einer Gruppe unterwegs ist, bietet sich natürlich die Möglichkeit mit lokalen Fischern zu verhandeln oder  ein Boot samt Fahrer für längere Zeit zu mieten. Alternativ dazu kann man natürlich auch auf Coche wohnen, doch die Auswahl hier ist sehr begrenzt da Coche recht wenig Infrastruktur bietet. Es gibt zwei große All-Inclusive Hotels direkt am Strand welche leider eine mittlere Katastrophe sind vor allem bezogen auf das Preis- Leistungsverhältnis. Wir haben 10 Tage im Coche „Paradise“ verbracht und ohne hier groß auszuschweifen kann ich euch garantieren: Lasst es bleiben, Ihr werdet es bereuen! Es gibt durchaus auch günstigere und einfache Unterkünfte mit Verpflegung wie das Oasis oder die Brisas de Coche.

Flatwater Paradise auf der Isla Coche!
Flatwater Paradise auf der Isla Coche!

Isla Cubagua

Haben wir auf unserer Reise auslassen müssen, da es leider nicht geklappt hat dorthin zu gelangen. Kiten ist auf der Militärinsel offiziell nicht gestattet und nur durch eine Sondergenehmigung machbar— die wir letztlich nicht organisieren konnten. Cubagua soll aber archipelartig und ähnlich schön wie Los Roques sein.

Rentals- Storage and Kitesurf Schools

Kitecenter con Chris, Isla Coche
Kitecenter con Chris, Isla Coche

Ja! Es gibt noch welche! Aber nicht mehr viele. Ein paar Kitesurfschulen und Windsurfcenter haben dem ökonomischen Zerfall des Landes getrotzt und sind geblieben- alle unter europäischer Leitung und Besitz. Das Kitecenter Jack Sparrow wird geleitet von Alessandro, einem Italiener, der immer gut gelaunt und freundlich ist. Kitestorage ist möglich – die Frage stellt sich hier allerdings, ob man bereit ist 8-10 US Dollar pro Tag zu bezahlen nur um seinen Kite am Strand über Nacht zu parken wohingegen man dafür auch einfach ein Hotelzimmer am Strand mieten könnte. Verglichen mit den normalen Preisen hier, kämpfen die Center um jeden zahlungskräftigen europäischen Touristen und halten durch Absprachen gegenseitig die Preise auf einem konstant hohen Niveau. Kitekurse gibt es auch, die Preise sind Moderat, wobei wir ganz klar auch hier Isla Coche und das Kitecenter von Chris empfehlen würden.

No-Wind Activities

Außer auf den Wind warten bleibt nicht viel übrig.
Außer auf den Wind warten bleibt nicht viel übrig.

Zugegeben, wirklich viele Alternativen zum Kitesurfen sollte man hier nicht erwarten. Es gibt im Norden der Insel noch ein paar schöne Strände wie zum Beispiel Parguito welche sich für einen Tagesausflug lohnen und zum Teil soliden Swell abbekommen und zum Bodyboarden oder auch Surfen geeignet sind. Material gibt es vor Ort zur Miete. Mehr Infos zu den Stränden auf Margarita findet Ihr hier: http://www.venezuelatuya.com/margarita/playaseng.htm

Wir haben unterwegs auf der Strecke durchaus einladende Longboardwellen gesehen, diese erfordern dann aber am besten einen Mietwagen, Ortskundigkeit sowie eigenes Equipment.

Es gibt die Möglichkeit mit Nora und Al vom Casa Nora Mountainbike Trips in die Berge zu machen sofern die beiden vor Ort sind. Der Vorort von Pampatar ist ebenfalls ein nettes, eher hippes Viertel mit netten Restaurants. Sehr zu empfehlen ist hier das Casa Caranta … probiert die Mojitos!

Wissenswertes über Isla Margarita & Coche

Anreise & Kitegepäck

Sorry, we can’t accept Cash because you can’t trust our staff.

Die Zeiten der Direktflüge mit Condor sind leider vorbei, dennoch ist es kein all zu großer Aufwand zur Isla Margarita zu gelangen — vorausgesetzt gewusst wie. Erster Anlaufpunkt ist die Hauptstadt Caracas. Die Lufthansa bietet z.B. Direktflüge von Frankfurt nach Caracas. Der Weiterflug nach Porlamar auf der Isla Margarita kostet eigentlich selten mehr als 10.000 Bolivares, was umgerechnet zum aktuellen Schwarzmarktkurs keine 15€ sind. Das Problem an der Sache: Die Airlines vor Ort akzeptieren offiziell kein Bargeld und europäische Kreditkarten sollte man tunlichst nicht nutzen, da man nicht weiß zu welchem Wechselkurs hier umgerechnet wird. Mehr zu diesem Thema später. Die beste und sicherste Option ist also im Vorfeld jemanden vor Ort mit der Flugbuchung zu beauftragen. Es gibt verschiedene deutschsprachige Reiseagenturen innerhalb Venezuelas, die gegen einen mehr oder weniger geringen Aufschlag Flüge für Euch innerhalb des Landes organisieren und per Überweisung auf ein europäisches Konto gezahlt werden. Bei Fragen dazu, fragt uns gerne (am besten via Facebook). Wir haben für einen Gabelflug von Caracas über Puerto-Ordaz inklusive Übernachtung in Puerto Ordaz etwa 50,- pro Person bezahlt, da es zu unserem Wunschtermin keinen Direktflug mehr von Caracas gab und wir dies einer Übernachtung dort vorgezogen haben.

Die Sache mit dem Kitegepäck: Aufgrund unserer schlechten Spanischkenntnisse konnten wir das Bodenpersonal auch nach mehrstündiger Diskussion und hin und her nicht davon überzeugen, dass es sich bei unserem Boardbag um ein den Gepäckbestimmungen konformes Gepäckstück handelt welches halt nur leider ein bisschen schwerer ist ;). Nun steht man vor dem selben Problem wie mit der Flugbuchung: Offiziell wird am Flughafen kein Cash akzeptiert und mit der Aussage „ Sorry, we can’t accept Cash because you can’t trust our staff“ schulterzuckend begründet. Letzten Endes hat sich ein Mitarbeiter des Bodenpersonals überreden lassen die etwa 1500 Bolivares Gebühr für unser Übergepäck mit seiner Karte zu bezahlen, welche wir Ihm in Cash geben konnten, da wir zuvor 30,- am offiziellen Schalter getauscht hatten, was sich hier direkt ausgezahlt hat. Falls Ihr also Flüge bucht, informiert Euren Travel Agent am besten im Vorfeld darüber, dass Ihr Sportgepäck mitbuchen wollt falls dies machbar ist. Und wenn dann alles mehr oder weniger nach Plan läuft seid Ihr etwa eine Stunde später schon auf der Isla Margarita. Der Flughafen Porlamar liegt etwa 10 Autominuten von El-Yaque entfernt.

Wichtig: Tauscht bei der Ankunft in Caracas einen geringen Betrag (etwa 30USD) Um die Flughafengebühr für Margarita vor dem Abflug bezahlen zu können.

Unterkommen in El Yaque

Hotels in El Yaque — Das eine schöner, das andere weniger.
Hotels in El Yaque — Das eine schöner, das andere weniger.

El Yaque besteht im Grunde aus nichts außer Hotels, kleinen Bodegons und Restaurants. Durch den damaligen Tourismusboom gibt es zahlreiche Unterkünfte, welche bedingt durch den aktuell eingebrochenen Tourismus auch zu recht moderaten Preisen zu haben sind. Man findet in der unmittelbaren Umgebung viele kleine Posadas und Guesthouses, welche zum Teil von Europäern geführt werden. Die Preise variieren hier gewaltig und handeln vor Ort ist dringend ratsam. Zimmerpreise variieren zwischen 5-30€ die Nacht. Unsere erste Zeit haben wir in der sehr schönen „Casa Nora“ in einem sehr tollen Studio-Appartment mit eigener Terasse und Frühstück verbracht. Selbstversorger-Apartments mit Küche unter deutscher Leitung gibt es Beispielsweise bei Otto in der „Casa Caribe“ dort zahlt man je nach Aufenthaltsdauer um die 12.500 Bolivares die Nacht (aktuell ca 15,-) bleibt man mehrere Monate, kann man hier auch für um 100€ im Monat wohnen. Empfehlen können wir auch das zum „El Yaque Motion“ gehörende Casa Bonita unter der Leitung des Gelsenkirchener Urgesteins Michael aka „Mike“. Mike  bietet zum einen in seinem Hotel El Yaque Motion günstige Zimmer am „Ortseingang“ von El Yaque für um die 5€ an und hat in zuvor genannter Nachbarschaft eine kleine nette Anlange mit ein paar Apartments für 4-8 Personen, welche aber auch zu zweit buchbar sind. Mike ist hier grundsätzlich sehr hilfsbereit und entgegenkommend. Preise sind wie bei allem hier in Venezuela nur Richtlinien und steigen und sinken mit der wirtschaftlichen Situation sowie der Saison.

Bars, Restaurants und Co.

Ceviche
Ceviche bei Rocky’s — beste!

In El Yaque selber gibt es eine Handvoll Beachbars und Restaurants. Die Preise sind für europäische Verhältnisse nach aktueller Situation gelinde gesagt ziemlich günstig. Das Bier zu 40-60 Cent, Ein Cuba Libre gibt es für umgerechnet 50 Cent, das Doradenfilet für 2-3€, eine Portion Pasta ist ab 2€ zu haben. Klingt zu schön um wahr zu sein? Ist aber so. Wir lieben das Ceviche und das äußerst nette Personal im Rocky’s direkt am Strand — leider nur Tagsüber, abends ist der Laden zu. Eine weitere solide Alternative ist das Sharks oder der hippe Burger Place, der versteckt hinter der Apotheke liegt. Das Steak im Hotel California kann man ebenfalls empfehlen. Wird es voller sollte man sich überall auf Wartezeiten einstellen. An warten sollte man sich aber sowieso in Venezuela gewöhnen — kaum ein anderes Land stellt die eigene Gelassenheit dermaßen auf die Probe. Selbstversorgung ist so eine Sache. Die lokalen Bodegons sind eher Kiosks, vor allem Getränkeläden mit einer meist gut sortierten Spirituosenauswahl. Rumfreunde kommen hier absolut auf Ihre Kosten: Die Flasche Diplomatico Gran Reserva gibt es hier für etwa 7€, aber auch eine Flasche Grey Goose ist hier mit knapp 10€ nicht zu teuer. So gut das Alkoholangebot, so schlecht leider das Angebot an alltäglichen Dingen. Man findet Süßkram, Chips, etwas Brot und vielleicht Käse. Frisches Gemüse und Obst wird ab und an von der Ladefläche eines fliegenden Händlers verkauft. Für größere Einkäufe, muss man allerdings in die Hauptstadt Porlamar fahren. Manche Dinge, wie Klopapier oder Kaffee findet man ohne weiteres gar nicht — das sind die Schattenseiten der momentanen Situation.

In Porlamar findet man neben Supermärkten auch drei Shoppingmalls nach westlichem Vorbild mit Kinos (mit englischen Filmen) und Fastfoodbuden, falls einem mal nach einem Tag Abwechslung ist.

Die Sache mit dem Geld — Cash rules everything

Cash in Venezuela
Cash in Venezuela

Wir haben hier bewusst versucht die meisten Preise in Bolivares anzugeben, auch wenn diese bedingt durch die wirtschaftliche Situation vielleicht schon in einem halben Jahr keinerlei Gültigkeit mehr haben. Ohne hier weiter ins Detail zu gehen, sieht die Sache wie folgt aus: Der offizielle Wechselkurs beträgt etwa 1:6 (Euro zu Bolivares). Es gibt einen Zwischenkurs, den so genannten Simadi, welcher in offiziellen Wechselbuden Anwendung findet und zur Zeit bei etwa 1:200 lag. Dann gibt es den Schwarzmarkt. Der offizielle, also inoffizielle Schwarzmarktkurs lag zu unserer Zeit im Hoch bei etwa 1:900. Dieser schwankt zum einen und je nach Menge und auch Lust und Laune eures Tauschpartners bzw. Geldverfügbarkeit bekommt Ihr mehr oder weniger für euer Geld. Rechnet mit etwa 10-20% Abzug zum Höchstkurs wenn Ihr nicht über gute Kontakte verfügt. Letztlich ist jeder Kurs den Ihr in den Läden bekommt meist ganz OK und natürlich dem offiziellen vorzuziehen. Wie funktioniert das ganze also? Ganz einfach: Entweder kann euch euer Guesthouse weiterhelfen, oder Ihr fragt einfach mal nett in den Läden welche täglich Cashflow haben, sprich Restaurants oder den Bodegons.

Wie sieht es aus mit Kreditkarten und Bankautomaten? Vergesst es! Da man nicht weiß welcher Kurs Anwendung findet (im schlimmsten Fall der offizielle) würde man horrende Summen für Dinge zahlen. (Ein Burger kostet dann offiziell eben umgerechnet 300€ statt 4€!)

Ihr solltet also auf jeden Fall Cash mitbringen. Ob Dollar oder Euro ist nicht unbedingt kriegsentscheidend. Mit 1000€ lässt es sich hier also für 2 Personen je nach Sparfuchsfaktor etwa einen Monat ganz entspannt leben.

Sicherheit

Entsprechend aktueller Medienberichterstattung und auch nach den Reisehinweisen des auswärtigen Amtes nach zu urteilen, ist Venezuela nun nicht gerade das einladenste Land und zugegeben, viele europäische Touristen trifft man hier tatsächlich nicht. Grundsätzlich gelten für die meisten Gegenden die selben Common-Sense Regeln wie für alle Südamerikanischen „armen“ Länder. Sieh nicht aus und benimm dich nicht wie ein reicher Touri, schlepp’ keine Wertsachen mit dir rum und hab immer nur eine begrenzte Menge Cash in der Tasche. Dies gilt vor allem(!) für die Stadtgebiete. Abends nimmt man ein Taxi und läuft nicht, vor allem nicht alleine, durch die Gegend! Was El Yaque angeht, so ist es hier durchaus entspannter. Da El-Yaque nur eine Ein- und Ausfahrt besitzt die Tag und Nacht von Militärpolizei bewacht wird und auch innerorts Polizei präsent ist, kann man sich hier, auch in den Abendstunden, frei bewegen. Da El-Yaque auch beliebtes Touriziel für Venezolaner ist, scheint man hier etwas mehr auf die Sicherheit bedacht als anderswo. Man kann also durchaus tagsüber sein Telefon, Kamera, GoPro, whatever dabei haben ohne sich groß sorgen machen zu müssen. Nichts desto trotz würde ich auch hier nicht, wenn es nicht unbedingt sein muss, zu aller später Stunde alleine am Ortseingang, in den Vierteln oder am Strand rumlaufen — weil wegen „safety first“ eben.

Sunset auf Isla Coche
Sunset auf Isla Coche

Fazit

Ist die ganze Nummer den Aufwand nun wert? Jein und kommt drauf an. El Yaque ist nicht unbedingt geeignet für Alleinreisende, die neben Kiten noch anderen Aktivitäten nachgehen wollen oder sozialen Anschluss suchen. Englischsprachige Touristen sind nicht zahlreich und spanisch sollte man können. El Yaque ist definitiv der schönere Ort zum Wohnen und bietet zumindest etwas Abwechslung, wohingehend Coche definitiv der bessere Spot zum kiten ist, aber leider außer den zwei katastrophalen Hotels und dem Kitecenter rein gar nichts zu bieten hat. Entweder man wohnt also auf Coche und ist da quasi alleine, oder man wohnt in El Yaque und hat den Aufwand täglich nach Coche rüber zu müssen. Ist man in einer Gruppe unterwegs und sucht nichts außer perfekte Kitebedingungen lässt es sich auf Coche sicher auch mal gut 1-2 Wochen aushalten. Die Angelegenheit mit dem Bargeld ist manchmal etwas nervig, da es durchaus vorkommen kann, dass man gerade einfach nicht so leicht an neues Bargeld kommt und mit dem Haushalten muss, was man hat. Es gibt natürlich zig Möglichkeiten seinen Urlaub zu gestalten und jeder hat andere Präferenzen, aber man sollte hier nicht erwarten vergleichbar „einfache“ Gegebenheiten und Annehmlichkeiten wie z.B. in den brasilianischen Hotspots vorzufinden.

Ihr habt Lust bekommen auf einen Kitetrip zur Isla Coche? Dann schaut mal bei unseren Freunden von bSTOKED vorbei — die bieten zur Zeit ein Kitecamp auf der Isla Coche an. Gebt Ihr bei der Buchung als Gutscheincode SOULMUSH an, gibt’s noch 10€ Rabatt. 

Hat dich die Lust gepackt und du möchtest dieses Jahr auch endlich Kitesurfen lernen? Lies dir hier Ninas Artikel mit den wichtigsten Tipps für Anfänger durch.

  1. Pingback: Los Roques - die letzte Pirateninsel der Karibik - Soulmush

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