Pais Vasco und zurück – ein Roadtrip im Herbst

Endlich endlich wieder Roadtrip! Nicht, dass wir die letzten Jahre keine Urlaube mit dem Bus gemacht hätten, aber diese Art von Roadtrip, mit Surfboards und der Ur-Bullitrip Gang im Gepäck mit gemeinsamen Ziel Atlantik, ist nun doch schon ein paar Tage her – die Vorfreude auf leere Wellen und die Hoffnung auf einen um vierzehn Tage verlängerten Sommer daher umso größer.

Der allgemeine Konsens sind zwei Wochen Baskenland, maximal viel Surfen, wenig Duschen und den Ernährungsplan auf Schokocroissants, Bier und Gegrilltes zu reduzieren – gelebter Idealzustand also. Perfektes Timing lassen uns sämtliche Rushhours umgehen und wir erreichen nach nächtlichem Zwischenstopp südlich der Pariser Peripherie, gute 24 Stunden später „Les Landes.“

Mit dem Duft von Pinienwäldern, Lavendel und den Erinnerungen an feuchtfröhliche Eskapaden vergangener Tage wurden wir empfangen. Die Surfbeziehung zu Frankreich habe ich als eher schwierig im Hinterkopf gespeichert – erster Surfkurs, fikkelige Beachbreaks und manchmal komplizierte Surfbedingungen. Tut der Vorfreude aber alles keinen Abbruch und nach kurzem Stop im Super-U zwecks Baguettebeladung kann endlich auch das erste Bier aufgemacht werden – À la vôtre!

Währenddessen noch 15km weiter südlich die Weltelite des Wellenreitens um die Lufthoheit über französischen Sandbänken kämpft, verschaffen wir uns in Messanges ein erstes Bild der Wellenlage. Aus den noch 11 Fuß Bombenhagel die für zwei Tage Pause beim Quik Pro sorgten, sind mittlerweile „nur“ noch vier geworden – aber dank entsprechend hoher Periode, nicht passender Gezeit und Sandbanklage sieht die ganze Sache nicht gerade einladend aus. Nicht ins Wasser am Ankunftstag ist natürlich indiskutabel und daher pellen wir uns nach kurzem Bonjour-Bier entgegen aller sinnhaften Gründe ins schwarze Gummi und in die mittlerweile kaum surfbaren Wellen.

Entgegen aller Unken und Vorurteile zeigt sich Les Landes die nächsten paar Tage von seiner schönsten Seite. Während der Quik Pro ein überraschend frühes Ende findet, genießen wir die nächsten Tage spätsommerliche Temperaturen, menschenleere Strände und Wellen in Spaßgröße und entscheiden diese noch so lange zu nutzen, bis uns der anstehende Flatspell in Richtung Baskenland aufbrechen lässt.

 

Pais Vasco

Ein kreischend kitschiges Werbeschild sowie zwei Palmen die schon bessere Tage gesehen haben, weisen den Eingang zum Camping Playa. Bonjour, Checkin si vous plait, drei Stellplätze auf einer der Terrassen mit Meerblick und dann fix surfi-surf, merci beaucoup! Denkste… nix is’ –Tante Tide war schneller und statt ordentlichen Wellen wird heut nur noch Whisky serviert. Macht nix, Bucht voll – wir auch irgendwann voll, alles gut. Am nächsten Morgen zeigt sich Lafitenia nochmal von Ihrer gnädigen Seite und beschert uns bei auflaufendem Wasser zwei Stunden Smallwave-Stoke, den wir dankbar mit ´ner Handvoll Menschen im Wasser teilen. Gute Session!

   OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Das wars dann auch fürs erste mit surfen… epische Flatness soll sich über die nächsten zwei Tage legen, doch kein Grund zum Groll wenn Glückes Schmied dir das Wochenende vor die Füße und San Sebastians Nachtleben in greifbarer Nähe legt. Nach ausschweifenden Diskussionen über die besten Pintxos, einem gebührend zelebrierten Geburtstag und der Verköstigung unzähliger  Pilsbiergetränke finden wir uns am nächsten Tag, angenehm gerädert, ganz plötzlich in Zarautz wieder.

Trotz angekündigtem Swell verdient das Kapitel Zaraut meines Erachtens keine weitere große Erwähnung und ich war zumindest auf einem Auge froh, nach erfolgreich absolvierter Halbzeit und gefüllter Busvorratskammer allerhand Leckereien aus Spanien wieder in meiner mir vertrauten heilen Camping Playa Welt mit Ihren zwei Palmen anzukommen.

 

Doch Lafitenia wollte irgendwie nicht mehr so richtig aber dafür zeigte Bidart sich nochmal von der freundlichen Seite und auch Ceniz konnte dank freundlichem Tipp unserer Sylter Nachbarn nochmal ein Lächeln in müde Gesichter nach einer abendlichen Session stempeln. Ces’t bon! Der Rückweg führte uns selbstverständlichen nochmal an unseren Ursprünglichen Ausgangsort und so sollte die letzte Welle in Messanges nochmal zur fast Besten des ganzen Trips werden. Frankreich und der Bus konnten diesmal beide sowas von überzeugen, dass wir es nicht erwarten können uns wieder auf den Weg hierher zu machen. Schön war’s! Au revoir!

Pais Vasco und zurück – ein Roadtrip im Herbst
Bewerte diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Folg' uns bei Facebook!schliessen
oeffnen