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Erin’s Isle und der Wild Atlantic Highway

„There’s no fucking Town in the world
without an Irish pub.“ (altes irisches Sprichwort)

Wie so oft ist der kulturelle Erstkontakt mit fremden Ländern sehr unterhaltsam – Warum sollte das hier anders sein? Während die Vororte von Dublin an uns vorbeiziehen und der redselige Taxifahrer mit nuschelndem Akzent über das für- und wider der omnipräsenten Anti-Abtreibungskampagne seniert, sind unsere vom Guiness-Kater geplagten Körper schon im Geiste am Meer. Oder schlafen.

Zwei Stunden später sitzen wir in unserem Mietcamper und steuern selbigen unbeholfen, aber frohen Mutes durch den Linksverkehr der Großsstadt in Richtung Westküste.

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Irland – Wo zwangsläufig jede Pinkelpause zum Fotostop wird.

Die Pfingstferien im Juni schienen uns eine gute Idee ausgetretene Pfade zu verlassen – milde Temperaturen und die Aussicht auf leere Lineups in kaltem Wasser lockten uns auf die Insel der Kobolde. Unser Ziel: Das westliche County Sligo am Wild Atlantic Highway.

 

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Waiting

Lange im Voraus geplante Surfurlaube setzen natürlich neben viel Glück auch immer eine gehörige Portion Karma voraus um nicht zwei Wochen nur in die lokale Barszene eintauchen zu dürfen und anscheinend war uns der Wellengott gnädig – von einer sehr ungemütlichen und für Juni ungewöhnlich kalten Nacht geplagt war das, was da morgens durch die beschlagene Scheibe des Campers zu erahnen war gar nicht mal so mies. Um nicht zu sagen ziemlich gut.

 

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Irland surfen RoadtripSaubere, Hüft- bis schulterhohe Sets mit zugegeben ziemlich amtlichem Offshore Wind trieben uns noch vor dem Frühstück recht zeitig in unsere dicke Winterpelle und die erste Session war trotz des starken Windes und dem doch deutlich ausgeprägten Hirnfrost ein guter Vorgeschmack auf das, was die nächsten Tage noch kommen sollte.

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Strandhill liegt im Nördwestlichen County Sligo und ist als erster Ausgangspunkt für einen Surftrip auf jeden Fall eine gute Anlaufstelle. Neben einem weitreichenden Beachbreak fanden wir hier äußerst aufgeschlossene und freundliche Locals, einen Pub mit landestypisch hervorragender Bierauswahl und zudem sehr leckerer Pizza. Der Campingplatz, welcher wärend unserer Reise immer wieder Herberge für uns war hat direkten Zugang zum Strand und im Shells bekommst Du morgens ein wirklich grandioses Frühstück und nebenan noch ein bisschen Hippen DIY- und Surf-Klimbim.

Auch wenn wir vermutlich einfach die ganze Woche in Strandhill gute Bedingungen gehabt hätten, zog es uns nach zwei wellenreichen Tagen weiter auf Entdeckungstour entlang des Wild Atlantic Highways.

County Donegal

 

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Secret Spot irgendwo im nirgendwo
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Wo geht’s nach Mordor?

Nach guten Surfsessions sollte man in Irland auch unbedingt ein bisschen gutes Sightseeing in sein Programm einbauen, denn Irland hat neben wirklich ausgezeichneten Pubs auch eine Menge atemberaubender Naturschönheiten zu bieten. Von Strandhill ging es über die grüne Insel, vorbei an Schafsherden und zahlreichen Pubs ins County Donegal zu den Slieve League Cliffs, welche zu den höchsten Klippen Europas gehören.
Gerade noch rechtzeitig bevor es Dunkel wurde, wurden die bis zu 600m steil abfallenden Felswände vom gerade einsetzenden Sonnenuntergang in ein Panorama verwandelt, welches auch direkt aus irgendeinem Fantasy-Epos hätte dort reinkopiert sein können.

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Wenn dass das Ende der Welt ist, ist es recht schön hier.

Genug gestaunt – der dicke Surfzeh juckt. Auf dem Rückweg statteten wir einigen Spots einen Besuch ab, doch mittlerweile hatte der Swell etwas nachgelassen und die angesteuerten Riffe liefen zumeist nicht oder der Wind stand falsch oder die Tide passte nicht oder irgendwer wollte lieber in den Pub. Irland ist durchaus ein bisschen tricky und viele Spots sind wirklich stark Tiden- und Windabhängig. Wo es gerade noch sauber läuft, kann es zwei Stunden später schon wieder komplett verblasen sein.

Wir checkten zunächst „The Peak“ in Bundoran – dem vermeintlichen Hotspot in Irlands Surf-Epizentrum. Ein einzelnes Persönchen im Wasser und von Land aus beurteilt maximal semigeil. Wir springen trotzdem rein und teilen uns ein paar mushige lefts mit dem lonesome wolf bis auch der die Nase voll hat. Wir fahren weiter. Tullan Strand liegt direkt nebenan und ist ein großer offener Beachbreak aber eben dadurch leider auch sehr windanfällig.

 

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Tullan Strand

Den Abend wollen wir mit einem Blick auf Rossnowlagh ausklingen lassen, in der Hoffnung hier Surfbare Wellen mit ein bisschen Schutz vor dem Wind zu finden. Hier schlägt das #Vanlife Herz schneller, denn Rossnowlagh hat einen der wenigen Strände bei dem es gestattet ist mit dem Auto den Strand zu befahren und so parkten wir die Camper für ein exklusives Seaside Dinner mehr oder minder direkt an der Waterkant.

Leider war der Surf während unseres Donegal Abstechers irgendwie nicht so richtig das gelbe vom Ei und so zog uns unsere Touri-Logik wieder dorthin, wo alles bestens anfing – nach Strandhill. Hier erwartete uns tatsächlich nochmals schönstes Wetter und absolut sauberer Surf und zum Ende des Trips nochmal ein unvorhergesehener Swellsegen.

 

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In Anbetracht der Bedingungen und mangelnden Zeit fanden wir uns gerne damit ab das Thema Entdeckungstour ad acta zu legen und einfach den guten Surf, das Wetter und das Guiness solange zu genießen bis das Ferienende wieder Alltagsrealität einläutet.

 

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jeder epische Trip sollte mit einem  mindest ebenso epischen Schlußfoto enden. Bitteschön. #Ende