Ecuador– kleine und große Abenteuer in Baños Teil 1

Nachdem wir den Dunst von Guayaquil hinter uns gelassen haben, wurde die Landschaft langsam grüner und grüner und immer öfter wandte sich mein Blick ab von meinem digitalen Buch zur analogen Fensterscheibe. Wir schlängelten uns in halsbrecherischem Tempo durch nebeldurchzogene Serpentinen, bei denen garantiert kein Platz für ein zweites Auto, geschweige denn einen zweiten Bus gewesen wäre. In solchen Momenten wird einem klar, wieso das Flugzeug als das sicherere Verkehrsmittel–auch, oder gerade in Südamerika- gilt. Der Busfahrer prügelte die 300PS unseres Autoscooter-glitzerblauen El Dorado durch die Hochebenen von Ecuador, vorbei an kleinen Bergdörfern und durch enge kleine Städtchen. Es wurde merklich frischer mit der Zeit und spätestens beim Anblick der ersten schneebedeckten Bergkuppen konnten wir den Rest der Fahrt mit dem Überdenken der Wahl unserer Garderobe verbringen welche weniger auf Schnee und Kälte als auf leicht und sommerlich ausgelegt war.

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Baños von oben

Baños de Agua Santa

Baños de Agua Santa, oder einfach nur Baños ist ein relativ überschaubares Städtchen auf 1815 Meter über dem Meeresspiegel. Das am Fuße des Tungurahua gelegene Städtchen ist weltberühmt für seine Attraktionen im No-Skill Extremsport: Allerhand Abenteuer-Ausflüge und Aktionen für die keine weiteren sportlichen Fähigkeiten außer einer kleinen Portion Mut nötig sind, werden dem überwiegend aus jungen Backpackern bestehendem Publikum vor Ort angeboten. Baños gleicht einem riesengroßen Abenteuerspielplatz für große Kinder und so ist es kein Wunder dass ein Großteil der Läden aus Eventagenturen für ebensolche Aktivitäten besteht. Ob Sprung von der 70m Brücke, Rafting in reißenden Strömen, Klettern und Abseilen in Canyons, Freeclimbing oder mit Ziplines über Abgründe fliegen, alles wird hier geboten. Darüber hinaus gibt es für ruhigere Gemüter zahlreiche Möglichkeiten für Dschungeltrips, Andentouren sowie Trekking- und Radwege mit vielen Aussichtspunkten und Wasserfällen. Wer nach all den Strapazen abendliche Entspannung sucht, findet diese in den berühmten Thermalquellen, welche durch die heißen Vulkangase gespeist werden. Darüber hinaus hat Baños insgesamt tatsächlich nicht all zu viel zu bieten: Der Ort besteht vorwiegend aus Hostels, besagten Event- und Reiseagenturen und natürlich einer „Partymeile“ samt grenzwertiger Musikbeschallung und langen Happy-Hours.

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Backpackers Balcones

Unser hölzernes Domizil für die nächsten Tage, mit dem weniger einladenden Namen „Backpackers Balcones“ entpuppt sich als wahrer Glücksgriff, denn neben der sehr angenehmen Aussicht, sind die hier hausenden Backpacker offensichtlich einer anderen als bisher gekannten Spezies entsprungen und es herrscht, trotz Karneval, angenehme Ruhe.

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Wir blicken vom Frühstückstisch auf den Fuß der Anden sowie einen netten kleinen Fluß und wüsste man nicht, dass in Laufweite eine kleine Kirmes steht, hätte man das Gefühl alleine mitten im Wald zu sein. Die Organisation des Hauses läuft, wie so viele Unterkünfte je nach Engagement der anwesenden Volontäre mehr oder weniger gut. In unserem Fall hatten wir Glück und uns fehlte es an nichts. Leider ist der eigentliche Besitzer eine grundsätzlich eher mürrische Natur und nimmt vereinbartes, wenn es ums bezahlen geht, auch nicht ganz so genau.

Auf ins Abenteuer — Canyoning in Baños

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Unser Actionplan für die Woche war geschmiedet und zunächst sollte mit Canyoning mein Weihnachtsgeschenk eingelöst, als auch ein Punkt meiner „muss-ich-mal-machen“-Liste abgehakt werden. Ausgestattet mit Neoprenanzügen, Schuhen und Klettergurt ging es mit einer kleinen Gruppe von 8 Leuten mit einem Minibus ca. 45 Minuten in Richtung Norden. Bereits auf der Fahrt wurden wir von den sehr amüsanten Tour Guides auf das bevorstehende eingewiesen und es wurde für entsprechend Stimmung gesorgt. Am Einstiegspunkt angekommen wurde die kleine Truppe in die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen und das korrekte Abseilen am Hand eingewiesen. Kurze Zeit später ging es auch schon ans eingemachte: Nach einem ersten kleinen Wasserfall-Drop stand der erste Sprung von einer Betonplattform in ein etwa 8m tiefer gelegenes 2x2m Becken an. „Bitte nicht zu weit springen, sonst landet Ihr in der Felswand,“ so der Kommentar des Guides, bevor er sich mit einem beherzten „Sayonaraaaaa“ mit einem ordentlichen Satz in den Canyon warf.

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Das ganze sollte jetzt also nachgemacht werden. Das sah nach Spaß aus und ich beschloss als erster der Gruppe es Ihm gleichzutun. Wohlgleich etwas weniger entspannt sprang ich nach einem kurzem Durchatmen und ungefährem abschätzen der Landezone ins kühle Nass. Saugut — Nochmal! Leider standen erstmal keine weiteren Sprünge in Abgründe auf dem Plan, dafür aber nicht minder spannende Kletterpartien, samt rücklings ins Wasser stürzen aus 3m Höhe bei dem der ein oder andere auf jeden Fall nicht ganz so elegant ins Wasser einschlug wie man an manchem Gesichtsausdruck erkennen konnte. Weiter ging es mit einer von den Guides gebauten Zipline von der wir uns von einem Wasserfall aus abseilten und diversen weiteren kniffligen Passagen und Kletterpartien.

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Die Jungs sorgten zwischendurch mit diversen Entertainmenteinlagen permanent für gute Stimmung, auch wenn mir das ganze zwischenzeitlich etwas zuviel des guten war, so wurde zumindest sichergestellt das keinem kalt wurde. Nach ca 1,5h war der ganze Spaß zu Ende und wir traten Endorphingefüllt unseren Rückweg nach Baños an. Wir haben die Tour mit „Imagine Equador” gemacht und können dies auf jeden Fall uneingeschränkt weiterempfehlen. Die Guides, als auch das Personal im Laden haben im Gegensatz zu anderen Touranbietern alle gutes Englisch gesprochen, die Beratung und Sicherheitsaspekte waren allesamt sehr professionell und man bekommt im Nachhinein noch sämtliche auf der Tour mit 2 GoPro4 und einer Panasonic Sportkamera gemachten Aufnahmen und Videos kostenlos, so dass man seine eigene GoPro getrost zuhause lassen kann! Wir haben unsere Tour mit Imagine Ecuador gemacht und der Spaß hat 60$ pro Person gekostet.

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Im zweiten Teil geht es weiter mit unserer Actionwoche in Baños, dem Besuch an der berühmten “Schaukel aus dem Internet” und weiteren kleinen und großen Abenteuern.

  1. Hallo ihr 2,

    wenn ich diese Bilder sehe, freue ich mich noch mehr auf meine Mittel- und Südamerika Surf-und-Abenteuer-Reise.
    Verratet ihr eure Technik, also mit welcher Software/Filter eure Bilder so wunderschön – also noch schöner – werden? Macht weiter so!

    Grüße aus Berlin,
    Susann

    • Daniel von Soulmush

      Hey Susann, danke für das Lob! Wir arbeiten hauptsächlich mit Lightroom und
      der VSCO App für iOS.

      Lieben Gruß und viel Spaß in Südamerika!

      Daniel

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