Kitesurfen in Brasilien – Alle Infos auf einen Blick

Wenn man von Brasilien spricht, blüht das Kiter- und Windsurferherz auf. Endlose palmengesäumte Flachwasserlagunen, warme Temperaturen und die große Windsicherheit machen den Norden von Brasilien zu einem Mekka zum Kitesurfen. Brasilien ist Flächen- und Bevölkerungsmäßig der fünftgrößte Staat der Erde. Mit einer Bevölkerungsanzahl von über 200 Millionen Menschen, ist Brasilien nicht nur das bevölkerungsreichste sondern mit über 47% auch das größte Land in ganz Südamerika. Die klimatischen Bedingungen sind trotz seiner Größe und Ausbreitung überwiegend tropisch bis subtropisch und unterliegen nur sehr geringen jahreszeitlichen Schwankungen, die einhergehen mit Regen- und Dürrezeiten.

Wo kann man in Brasilien am besten Kitesurfen?

Ceará ist der Bundesstaat der von der Kitewelt bevölkert wird und zum Kitesurfen die besten Bedingungen bietet. Durch die die nähe zum Äquator, trifft der Passatwind in vielen Monaten im Jahr auf die Küste. Der Bundesstaat hat eine Küstenlänge von knapp 600 km und bietet perfekte Naturbedingungen zum Kitesurfen. Dünen, Mangroven und vor allem die Restingas, die Süsswasserlagunen, die sehr nah am Atlantik liegen machen den Bundesstaat zu einem Traumspot zum Kitesurfen. Das Hinterland ist eher trist mit seiner steppenähnlichen Vegetation. Die Kitespots in Brasilien sind aber trotz des kargen Umlandes sehr paradiesisch. Palmen und weißer Sand dominieren hier die Kitespots. Kiten kann man im Prinzip an der ganzen Küstenlinie. An allen touristisch erschlossenen Regionen findet man kleine und auch größere Pousadas (Guesthouses/BnB’s) um nah am Kitespot zu wohnen. Überall an der Küste gibt es auch oftmals angeschlossen an die Pousadas, Kiteschulen die ihre Dienste von einfachen Anfängerkursen bis hin zu geführten Downwindern mit Buggytouren anbieten.

Wann kann man in Brasilien am besten Kitesurfen?

Um es kurz zu sagen: zwischen Juli und Januar. Zum Wind und zur Windbeständigkeit ist zu sagen, dass Brasilien eines der windsichersten Länder dieser Erde ist. Die Windsicherheit und die Windstärke bringt nicht nur die Urlauber, sondern auch die Profikiter aus aller Welt dazu, ein paar Monate in Brasilien zu trainieren. Dazu kommen die perfekten Temperaturen jenseits der 28°C die Kitesurfen ohne Neoprenanzug ermöglichen. Der Passatwind ist ein globaler Wind der vorherrschend vor allem in den späten Sommermonaten bis hin zum Januar über ganz Ceará hinweg weht. Passatwinde gehören zu den globalen Windsystemen und sind äquatoriale Winde. Die Winde entstehen in den Tropen durch Subtropenhochs. Kurz erklärt: Die Luft erwärmt sich, dehnt sich aus und steigt nach oben sinkt etwa am 30. Breitengrad wieder ab, weil sie sich abgekühlt hat und strömt zurück zum Äquator. Sie wehen immer von Osten nach Westen in Richtung Äquator. Auf der Nordhalbkugel heißen sie „Nordostpassat“, auf der Südhalbkugel „Südostpassat“. Da die Äquatorlinie ziemlich zentral durch Ceará verläuft, trifft der Wind vor allem in den späten Sommermonaten bis hin zum Januar auf die Küste Cearás. Zu dem globalen Wind mischt sich auch noch die Thermik. Thermischer Wind entsteht, dass sich über dem Land die Luft wesentlich schneller aufheizt als über dem Meer. Die heiße Luft steigt nach oben und vom Meer strömt kältere nach. Dazu kommt noch je nördlicher man die Küsten entlang fährt desto mehr Wind weht. Hat man in der Hauptreisezeit in Cumbuco (ca. 40km nördlich von Fortaleza) täglich Windstärken von ca. 15-20 Knoten (4-5Bft.) so weht es in Jericoacoara (300km nördlich von Fortaleza) täglich mit 35-45 Knoten (8-9 Bft.).

Wie komme ich nach Brasilien zum Kitesurfen?

Wenn man wie der normale Durschnittssurlauber nur 1-2 Wochen Zeit hat um in den Urlaub zu fahren, muss man eine solche Entfernung schon mit dem Flugzeug zurücklegen. Wir hatten etwas mehr Zeit und konnten daher uns den zeitlichen Luxus von einer Atlantiküberquerung via Schiff gönnen (8 Tage). Wobei ich sagen würde, dass ich auch mit dem Flugzeug mindestens 10 Tage Reisezeit einplanen würde, da die An- und Abreisezeit nicht zu unterschätzen ist. Die gängigen Airlines die Euch nach Fortaleza bringen, sind zum einen die portugiesische Airline TAP, die über Lissabon (mehrere Stunden Aufenthalt sind möglich) nach Fortaleza fliegt, oder die deutsche Airline Condor die von Frankfurt direkt nach Fortaleza fliegt. TAP bietet den Vorteil, das man 2 Gepäckstücke a 32kg mitnehmen darf, wobei das Boardbag nicht länger als 150cm sein darf. Bei der Condor lässt man sich das Sportgepäck gut bezahlen. Zu den normalen 20kg Freigepäck muss man pro Strecke seine Sportausrüstung für 74,99€ zum Frühbucherpreis oder für 84,99€ zum Normalpreis dazu buchen.
Die besten Flüge findet Ihr zB via Skyscanner.

Die besten Spots zum Kitesurfen in Brasilien

Zuerst mal stellt sich natürlich die Frage: Lagune , Welle oder am besten beides? Eine gepflegte Abendunterhaltung oder gemütlich allein in der Hängematte mit nem Caipi? Da es in Brasilien so viele Spots zum Kitesurfen gibt würde es den Artikel sprengen. Wir haben Euch ein paar unserer Favoriten rausgesucht:

 

Combuco Kitesurfen
Foto: Otavio Nogueira / CC BY 2.0

Cumbuco:  Relativ nah (40km) an Fortaleza gelegen ist Cumbuco schon seit Jahren in der Saison übervölkert von Kitesurfern. Pousada reiht sich hier an Pousada. Abends gibt es genügend Möglichkeiten auszugehen, ob nur auf einen leckeren Caipi oder auch um zu feiern. In Cumbuco kann man sowohl im Meer, als auch an den zwei naheliegenden Lagunen Cauipe und Tabuba kiten. Achtung: Da Cumbucu auch beliebtes Ziel vieler Profikiter ist kann man sich in der Lagune als Anfänger schnell mal Fehl am Platze vorkommen bzw. die Angst entstehen über den Haufen gefahren zu werden.

Taiba: Etwas weiter nördlich von Cumbuco, liegt Taiba. Taiba ist ein kleines, friedliches Fischerdörfchen mit einem der besten Acái Spots. Taiba hat eine kleine Lagune, die auch oftmals voll ist mit Profikitern. Taiba bietet dazu noch ziemlich viel Welle im Meer und einen Secret Spot, der mit dem Buggy zu erreichen ist aber nicht mehr ganz so secret ist. Da die Lagune etwas abseits vom Dorf ist, liegen die wenigen Pousadas mitten im Nirgendwo. Hier kann ich die Pousada Amarela empfehlen. Stephy, die Spanierin, die mit ihrem sonnigen Gemüt und den zig Sprachen die sie spricht immer gute Laune in ihrer kleinen Pausada vermittelt. Anders als in Cumbuco ist es in Taiba eher ruhiger. Nette kleine Mottoparties gibt es nur ab und an bei Stephy in der Pousada.

Ilha do Guajiru: Eine Lagune, 270km nördlich von Fortaleza, bietet viel Platz und viel Wind zum Kitesurfen. Eine kleine Halbinsel mit einer Handvoll schönen Pousadas aller Klassen, in der Nähe der kleinen Stadt Itarema, bietet den Kitern alles was sie brauchen. Durch die Größe der Lagune wird es selten voll. Vor allem wenn man etwas Upwind oder Downwind von den Pousadas kitet ist man so gut wie allein. Abends kann man in den zahlreichen Pousadas ein Bierchen mit Blick auf die Lagune trinken und den schönen Sternenhimmel genießen. Durch die nördlichere Lage ist die Anfahrt etwas umständlicher und der Wind mit 25-35 Knoten auch stärker als in Cumbuco und Taiba, damit aber auch die Saison länger als an den südlicheren Spots.

Barra Grande: Vor einigen Jahren noch der Geheimtipp für Kiter (ca. 450km nördlich von Fortaleza) die den Trubel in Cumbuco ausweichen wollen- entstanden hier in der jüngsten Vergangenheit immer mehr Kiteschulen und Pousadas und somit ein Ziel, für Alle denen längere Autofahrten nichts ausmachen. Belohnt wird man dann mit viel Platz auf dem Wasser in den türkisblauen Lagunen und den weißen Sandbänken. Für alle Individualisten mit ein wenig mehr Zeit im Gepäck- absolut empfehlenswert.

Kite Safaris: Für alle die mehr sehen wollen, sich aber nicht allein auf ein Abenteuer durch Brasilien begeben wollen, gibt es einige Anbieter (z.B. Kiteboarding Events) für organisierte 14 tägige Safaris. Die geführten Kite- Safaris bieten den Vorteil, das man das komfortable All- Inclusive Paket bucht. Darunter  mindestens 3 Stops an tollen Spots, Unterkünfte + Verpflegung, Transport mit großen Allrad Autos, Kitelehrer und Kitematerial.

Was kostet mich ein Kiteurlaub in Brasilien?

Generell kann man über einen Aufenthalt in Brasilien sagen, dass dieser etwas mehr ins Geld geht als zB. ein Urlaub in Ägypten. Da vor allem Europäer das Potential der Küsentlinie mit den vielen Kite- und Windsurfspots erkannt haben und Pousadas mitten im Nirgendwo errichtet wurden, sind die Preise dem Westeuropäischen Standard fast angeglichen.

Mietwagen: Am Flughafen in Fortalzea kann sich jeder der gerne selbständig den Küstenstreifen erkunden will, ein Auto mieten. Je nach Verhandlungsgeschick kostet dieser (VW Gol) in etwa 20-30€  (75 R$) am Tag. Wesentlich teurer ist in Brasilien das Allradmodell. Der Allradjeep ist natürlich wesentlich komfortabler und man kann mit ihm über den Strand fahren ohne Angst zu haben im weichen Sand stecken zu bleiben. Diesen Komfort lassen sich die Brasilianischen Autovermieter bezahlen. Kostenpunkt  täglich in etwa 60-100€ (250-400R$).

Buggy: Die coolere aber natürlich auch teurer Variante zum einfachen PKW ist ein Strandbuggy mit dem man die Spots abfahren kann- das Kitegepäck hinten drauf schmeißt und die die Nase in den Wind hält. Strandbuggys sind natürlich cool und bieten dir viel Platz. Diese solltest du aber nicht für lange Entferungen mieten. Wichtig ist auch zu wissen, dass man nicht die günstigsten Modelle wählen sollte, wenn man Ärger vermeiden will. Die Buggys sind grunsätzlich schon sehr anfällig und gehen auch gerne mal kaputt. Kostenpunkt pro Tag ca. 25-45€ (100-150R$) am Tag.

Transfer: Die Pousadas bieten eigentlich alle Pick-Ups vom Flughafen an. Die Autos sind oftmals komfortabler als ein Taxi kosten aber auch mehr — ca 2R$/km nach Taxameter. Für Langstrecken lassen sich Pauschalen aushandeln. Ein Taxi von Fortaleza zur Ilha do Guajiru (270km) kostet in etwa 100€ (400R$) ein privater Transfer ein wenig mehr, um die 130€.

Flüge: Flugpreise varieren wie immer- je nach dem wann und wo man bucht hat man vielleicht Glück und erwischt Fliegenpreise bei Condor und bei der TAP irgendwelche Angebote. Dennoch muss man sagen vor allem in der Hauptreisezeit zahlt man doch recht viel für einen Hin- und Rückflug. Auf 650-1000€ sollte man sich schon einstellen.

Unterkünfte: Die Unterkünfte an die Küsten, sind wirklich meistens nett gemacht, man trifft dort Gleichgesinnte, aber auch wie oben beschrieben, sind die Kitepousadas meistens von europäischen Besitzern geführt recht teuer für südamerikanische Verhältnisse. An der Ilha do Guajiru, zahlen wir in der günstigsten Zeltunterkuft etwas ab von den anderen Pousadas für ein großes Zelt mit Doppelbett 30€/Nacht. Die Preise in den luxeriöseren Unterkünften liegen bei 50-100€/Nacht in einem Doppelzimmer mit Frühstück.

Essen: Auch das Essen in den Pousadas ist angepasst. Leider zahlt man gut und gerne mal für eine Pasta 10€  (40R$) zum Abendessen, für ein BBQ auch gerne mal 15€ (60R$).  Bier kostet in etwa 7R$ was knapp 2€ sind, der Caipi in etwa das selbe. Wenn man die Möglichkeiten hat in eine nahe gelegende Stadt oder Dorf zu fahren sind die Preise wesentlich moderater: Großes Bier (600ml) 6-8R$ (1,50-2€) und ein Fleischgericht mit Beilagen um die 5 Euro.

Wart Ihr schon in Brasilien Kitesurfen? Was sind Eure Lieblingsspots

Hat dich die Lust gepackt und du möchtest dieses Jahr auch endlich Kitesurfen lernen? Lies dir hier Ninas Artikel mit den wichtigsten Tipps für Anfänger durch.

  1. Haha, bei dem obigen Cookie-Spruch musste ich schmunzeln – endlich mal ein symphatischer Hinweis 😉
    Leider noch nicht in Brasilien gewesen – steht aber ganz oben auf meiner Reise-Liste! Der nächste große Kite-Trip muss dann glaube ich nach Brasilien gehen …
    Danke, für diesen netten Überlick! Pura Vida, Martin

  2. Hier ein Video zu Macapa.. Norden Brasiliens !!

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