Kitesurfen in Limnos – Karibische Gelassenheit in Griechenland

Dies ist ein Gastbeitrag von Miriam, die als freiberufliche Grafikdesignerin dem Wind und den Wellen um die Welt hinterherreist. Als ortsunabhängige Digitale Nomadin lebt sie ihren eigenen “Endless Summer” und teilt ihre Kitesurf-Tipps, Inspirationen und Abenteuer auf Ihrem Kitesurf-Blog Wake Up Stoked.

Wer karibisches Wasser, Sandstrand, Starkwind und einen nicht mal zur Hochsaison überlaufenen Spot in Europa sucht, ist in Limnos genau richtig. Klingt zu gut um wahr zu sein? Dachte ich mir auch erst. Gerade deswegen, weil ich von dem Spot bis vor einem halben Jahr noch nie gehört habe – bis ich die Managerin der Kitestation von Surf Club Keros, einer der beiden Kitestationen am Hauptspot der Insel, beim Kitesurfen in Brasilien getroffen habe. Nach ihren Erzählungen wollte ich einfach mal selbst sehen, ob die kleine Insel im Nordosten der Ägäis diesem Versprechen standhalten konnte. Und so viel dazu: ich bin diesen Sommer gleich ein zweites Mal hingefahren, weil der Spot all meine Erwartungen übertroffen hat.

Wer schonmal im August an griechischen Spots wie z.B. Prassonissi auf Rhodos war, weiß dass man sich seinen Platz auf dem Wasser Sekunde für Sekunde erkämpfen muss. Limnos punktet nicht nur mit leereren Spots und authentischem, untouristischem Flair sondern vor allem mit einer entspannten Atmosphäre und kontaktfreudigen Locals.

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Die Anreise

Eine der wenigen Nachteile in Limnos ist, dass es keine Direktflüge gibt und man einen Zwischenstopp in Athen einlegen muss. Entweder man nimmt die teilweise sportlichen Umsteigezeiten in Athen (manchmal nur 45 Minuten) in Kauf oder man holt sich ein airbnb Apartment in Athen oder Umkreis und macht noch einen Abstecher in die Stadt. Sollte man sich überlegen, griechisches Islandhopping auszuprobieren, kann man auch einen Direktflug von Rhodos finden oder mit der Fähre z.B. von Naxos oder Paros rüberfahren.

Der kleine aber feine Flughafen Limnos (Flughafen Code LXS) liegt in der Mitte der ca 30 mal 34 km großen Insel und so ist man nach einer halben Stunde Autofahrt bereits am Spot. Auch wenn man vor Ort gut ohne Mietwagen zurechtkommt, würde ich auf den Fall empfehlen sich einen Mietwagen zu holen, wenn es das Budget erlaubt, da die Insel eine Menge schöner Strände und toller Restaurants mit unvergesslichen Sonnenuntergängen bietet.

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Der Hauptspot Keros auf Limnos

Wenn man Limnos von oben sieht, mag man kaum glauben dass man sich in der Ägäis und nicht der Karibik befindet. Die große Bucht bietet von offshore Wind und Flachwasser alles hin bis zu sideshore Wind und kleinem Kabbel, gelegentlich auch Windwellen im unteren Ende der Bucht. Das Revier ist sowohl für Anfänger geeignet – dank dem großen Stehbereich von ca 100 Metern – und bietet genügend Platz als Spielwiese für die fortgeschrittenen Kitesurfer.  Es gibt zwei Stationen in Limnos und obwohl ich selbst an beiden war, könnte ich mich nur schwer entscheiden welche ich eher empfehlen kann: die Station Siroko befindet sich am oberen Ende der Bucht und Surf Club Keros ein kleines Stück weiter downwind. Beide Stationen haben ebenfalls eine Windsurfstation und zur Hochsaison gibt es hier auch einige Windsurfer, mit denen man sich den Spot teilt. An beiden Stationen gibt es Storage (ca 8 Euro pro Tag), Kite Caddies die einem beim Starten und Landen helfen und eine Kitesurfschule mit Verleih.

Wer mal das Foilboarden ausprobieren möchte kann sich bei der Station des Surf Club Keros eins leihen oder auch einen kleinen Einführungskurs bekommen. Überhaupt bietet die Station viele Kurse an (z.B. Strapless Surfing, Unhooked lernen etc). Empfehlenswert ist zur Abwechslung auch mal der 2,5 stündige Downwinder von Plaka, dem oberen Ende der Insel, bis hin zurück zum Spot, der aber mit 50 Euro pro Person nicht für jedes Budget geeignet ist.

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Wind und Wasser

Der Wind bläst bereits am frühen Morgen, ist dann aber meist noch etwas böig und wird gegen 11 Uhr schön konstant, die Böen nehmen merklich ab. Nachmittags dreht der Wind oft offshore, dann wird das Wasser spiegelglatt. Wem die Böen zu viel sind und etwas größerer Kabbel nichts ausmachen, der kann auch upwind in der nächsten Bucht Kitesurfen gehen: hier trifft der Wind side-onshore ohne Hindernisse auf die Küste. Der Wind fegt meist mit durchschnittlich 4 – 6 Beaufort über die Insel, die meistgenutzten Kitegrößen waren somit 7 und 9, der 12er wurde nur gelegentlich genutzt. Wer bei jedem Wind auf das Wasser möchte, kann aber auch Leichtwindkites und Foils mitnehmen. Im Frühling und Herbst braucht man einen langen Wetsuit, von Juni bis August reicht ein Shorty bzw für die nicht so kälteempfindlichen Kiter auch ein Lycra.

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Die Unterkunftsfrage

Da Keros in einem Naturschutzgebiet liegt, ist der Spot bis auf das Surf Club Keros Camp, in dem man in einer Art luxuriöserem Zelt schläft, komplett unbebaut. Somit ist das die nächste Übernachtungsoption in Spotnähe – in nur 10 Minuten zu Fuß ist man unten am Strand. Die Zelte sind allerdings nichts wenn man einen extrem leichten Schlaf hat, oder gerne lange ausschläft, da der Wind mit seinen oft 5 Beaufort gegen die Zeltwände peitscht und die Sonne im Sommer ab ca 8 Uhr das Zelt auf ungemütliche Temperaturen erhitzt (außer in den Luxuszelten, diese haben Klimaanlagen und Ventillatoren). Alternativ kann man in dem 2 km entfernten Ort Kalliopi oder noch einen Ort weiter in Kontopouli einfache Apartments finden. Ist man früh genug dran, findet man auf airbnb oder booking noch ein Apartment. Die Distanzen lassen sich mit einem Mietrad noch fahren. Als Alternative sind auf kitereisen einige Apartments von griechisch-sprachigen Besitzern gelistet, die man sonst nirgendwo im Internet finden kann. To Keros in Kalliopi ist eine einfache Unterkunft, hat aber alles was man braucht inkl. kleiner Küchenzeile.

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Essen gehen auf Limnos

Direkt am Spot gibt es an den Kitestationen kleine Snacks oder man geht zum “Wohnwagenrestaurant im Wald”, das sich auf der rechten Seite befindet wenn man vom Spot Richtung Kalliopi läuft. Dort kocht ein griechisches Ehepaar einfache Hausmannskost. Wer mittags nicht weit laufen oder fahren will und ein bisschen Abwechslung braucht, der kann die 10 Minuten zum Camp hochlaufen und findet eine kleine und leckere Auswahl an Gerichten – absolut empfehlenswert ist der Limnos Salat und die geräucherte Aubergine. In Kalliopi und Kontopuli gibt es auch einige Tavernen und Restaurants, die allerdings nur zur Hauptsaison offen haben.

Wenn man ein Auto hat empfiehlt sich z.B. ein Abendssen im Restaurant in dem kleinen Dörfchen Lichna, die sozusagen griechisches Gourmetfood zu normalen Preisen anbieten. Der Name ist unaussprechbar aber man findet das Restaurant sehr leicht – direkt neben der Kirche am Hauptplatz. Wirklich einmalig gut, es lohnt sich fast die kompletten Vorspeisen einmal rauf- und runterzubestellen und auf den Hauptgang zu verzichten. Abends muss man hier auf jeden Fall reservieren oder zu deutschen Zeiten essen gehen, Dienstags gibt es Live Musik.Ansonsten kann man das verlassene Hotel in der Nähe von Sarafaki besuchen und dort zum Sonnenuntergang in der Strandbar die einheimische Küche genießen. Besonders schön ist es bei Vollmond nach Agios Olimpos zu fahren, sich den Sonnenuntergang auf der Meerseite anzusehen und gleichzeitig den Mond auf der anderen Seite aufgehen zu sehen. Das Restaurant dort ist auch sehr empfehlenswert. Selbstversorger finden in Kalliopi und Kontopouli kleine Supermärkte, für den Großeinkauf lohnt es sich aber in die Hauptstadt Mirina zum großen Supermarkt zu fahren.

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No-wind-activities in Limnos

Die Wassersportler können bei Leichtwind SUP-boarden gehen oder mal das Windsurfen ausprobieren. Die Kitestation Siroko bietet als größten Kite einen 17-qm-Contra von Cabrinha und auch wenn ich bei so einem Wind normalerweise nicht rausgehe, war es in Limone Meditation pur über das kirstallklare ruhige Wasser zu cruisen – das Meer sieht in diesem ruhigen Zustand noch atemberaubender aus. Für die Yogis gibt es jeden Tag eine Stunde im Surf Club Keros oben im Camp, der Zeitplan hängt dort auf dem schwarzen Brett.  Alternativ kann man sich bei einigen Pensionen oder z.B. Surf Club Keros ein Mountainbike mieten und ein wenig die Gegend erkunden.

Fazit

Wer Starkwind, Sandstrand, griechischen Flair und karibisches Wasser sucht, ist in Limnos bestens aufgehoben. Wenn man die Anreise nicht scheut und nicht auf perfektes Flachwasser setzt, wird man hier sonst mit Traumbedingungen belohnt. Die familiäre und ursprüngliche Atmosphäre machen den Spot zu etwas Besonderem, zu empfehlen bleibt nur: schnell hin bevor alle anderen davon erfahren 😉

Alle Fotos: Miriam Tymiec / Wakeupstoked.com

Hat dich die Lust gepackt und du möchtest dieses Jahr auch endlich Kitesurfen lernen? Lies dir hier Ninas Artikel mit den wichtigsten Tipps für Anfänger durch.

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