Kleine und große Abenteuer in Baños Teil2

Nachdem wir Euch im Ersten Teil unseres Baños Artikels mit in die Schluchten zum Canyoning genommen haben, geht es im zweiten Teil nicht weniger actionreich zu. Die letzten Tage in Baños haben wir mit schaukeln, an Drahtseilen durch Schluchten fliegen und Fahrradfahrend verbracht und für Euch aufgeschrieben. Leider ist dieser Teil nicht ganz so Bildreich, den Grund dafür werdet Ihr im späteren Verlauf erfahren…

Wilde Schaukeln

Bekannt unter dem Namen „Die Schaukel am Ende der Welt“ ist dies wohl inoffizielles Wahrzeichen von Baños. Wohl keine Schaukel der Welt wurde so oft bei Instagram oder auf Travelblogs geteilt. Spätestens seit dem das Bild des Schaukelnden vor dem aktiven Tungurahua Vulkan 2014 beim National Geographic Photo-Contest unter den Siegerbildern war, ist Schaukeln am Ende der Welt offiziell im Backpack-Mainstream angekommen. Die findigen Ecuadorianer haben diesen Trend natürlich für sich entdeckt und so entstanden rund um Baños zahlreiche „Kopien“ des Originals. Viele davon findet man einfach am Wegensrand auf den Wanderwegen in den Bergen, welche sicherlich noch am ehesten an das ursprüngliche Schaukelerlebnis heranreichen: Ungesichert auf einer Planke Holz an halbherzig befestigten Seilen an einem Verwitterten und windschiefen Gerüst und garantiert nicht Tüvgeprüft: Wer die wahre Schaukel-Experience sucht, ist hier richtig. Alle anderen nehmen einfach den Bus zum Casa Del Arbol, zahlen 1$ Eintritt und reihen sich in die Schlange der Schaukelinteressierten. Einmal an der Reihe, nimmt man Platz im Komfortablen Schaukelsitz, legt die Sicherheitsleine an (Jawohl, hier gilt safety first und den Anweisungen des Personals ist unbedingt Folge zu leisten!) und schon gilt die wilde Schaukelei los. Spätestens nach 3-4 Schaukelschwüngen ist allerdings Feierabend. Wer dann noch nicht sein Schaukelselfie eingetütet hat, muss sich nochmal anstellen.

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Wer nach diesem adrenalingeladenen Spektakel erstmal eine Pause braucht ist am angrenzenden Lokal bei Kaffee & Kuchen in nett-gemischter Gesellschaft bestens aufgehoben. Wahrlich ein Erlebnis für die ganze Familie! Wer noch nicht genug geschaukelt hat gibt sich auf dem auf dem Weg nach unten noch die etwas spektaktulärere „El Vuelo Del Condor Schaukel“.  Für den Besuch beider Attraktionen könnt ihr mindestens 2h oder entspannter etwa einen halben Tag einplanen. Die blauen Busse fahren regelmäßig aus dem Zentrum Baños  für 1US Dollar und sind mit „Casa del Arbol“ unmissverständlich gekennzeichnet. Im Zweifelsfall immer den Touris nach.

Puntzan Ziplining — Das Gefühl vom Fliegen

Beim Ziplining, oder Canopy wie das ganze hier vor Ort heißt, werdet Ihr mit einem Klettergurt an einem zwischen 200-500m langem Drahtseil, welches meist über eine Schlucht gespannt wird eingehangen und dann geht es im rasenden Tempo der anderen Seite entgegen. Wunderbar mit einem Casa del Arbol Trip lässt sich die Puntzan Canopy verbinden, welche eine der besten in ganz Baños ist. Am Fuße des Berges, dessen Straße auch zum Casa Arbol führt, geht es in Richtung Puntzan Zipline. Sagt dem Busfahrer einfach dass ihr möchtet am „Puntzan Canopy“ aussteigen möchtet. Die Anlage bietet, im Gegenzug zu den zahlreichen anderen Canopys nicht nur eine, sondern gleich 6 verschiedene „Ziplines“ in unterschiedlichsten Ausprägungen inklusive Partner- Zipline am Ende. Der Spaß kostet mit 20$ etwas mehr, bietet aber auf jeden Fall das beste Preis/Spaßverhältnis.

Mountainbiketour zur Schlucht des Teufels – Pailon del Diablo

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Pailon del Diablo

Der Pailon del Diablo, oder die Schlucht des Teufels, die Ihrem Namen dem angeblich Totenkopfförmigen Felsen in Ihrer Mitte hat, liegt am Ende der so genannten „Ruta del Cascadas“ von Baños in Richtung Puyo. Vorbei an zahlreichen „totally amazing“ Wasserfällen, Aussichtspunkten sowie anderen Touriattraktionen und Fressbuden rollt Ihr die meiste Zeit entspannt die knapp 14 km bis Rio Verde den Berg runter. Angekommen am Eingang zum Pailon, welchen Ihr unmissverständlich an weiteren Fressbuden und Souvenirständen sowie den dort geparkten Horden von Fahrrädern sowie Reisebussen erkennt, geht es den restlichen Weg zu Fuß weiter. Oben angekommen bietet sich eine durchaus respektable Aussicht auf den bekanntesten Wasserfall, an dem auch irgendein Film mit Meg Ryan gedreht wurde. Ganz wagemutige zwängen sich durch den engen Tunnel bis ganz am Ende um einmal im Wasserfall zu baden und den gesamten Weg komplett Nass wieder nach Hause zu fahren. Aber keine Panik — natürlich waren die Ecuadorianer auch hier so schlau, aus der Faulheit der Menschen Profit zu schlagen und so bieten zahlreiche Pick-up Shuttles die Möglichkeit sich und sein vollgefedertes Mountainbike für 2$ wieder bis nach Baños zum Fahrradverleih fahren zu lassen. Und das alles für knapp unter 10$ –easy!

Wildwasser-Rafting im Pastaza Fluß

Zu guter letzt, und irgendwie zur Kompensation meines nicht gemachten Brückensprunges musste ich am letzten Tag, trotz maximal schlechter Vorzeichen wie schlechter Stimmung, Kater vom Vorabend sowie dem schlechtesten Wetter seit Wochen noch unbedingt Wildwasser-Rafting ausprobieren. Die ganze Nummer fing schon irgendwie ungemütlich an: Mit knapp einer Stunde Verspätung holt mich einer der Guides im Hostel ab und letztlich vergehen weitere 2,5 Stunden bis ich endlich abfahrbereit und schon durchgefroren im Neoprenanzug am Pastaza River in Mitten einer sehr jungen, sehr überdrehten und ausschließlich spanisch-sprechenden Gruppe stehe und langsam aber sicher anfange die Sinnhaftigkeit dieses Unterfangens zu hinterfragen. Nach nur kurzer Zeit sitze ich auf der Kante des Gummibootes, halb frierend, halb schlafend als Kapitän mit begrenzten Kommunikationsfähigkeiten in nautischem spanisch und natürlich versage ich dabei adäquate Anweisungen zu erteilen, die den aufblasbaren Kahn in der ersten Stromschnelle vor dem Kentern bewahren. Nicht besser gelaunt, aber dafür hellwach durfte ich nachdem ich es irgendwie geschafft habe, in der Stromschnelle, trotz Gummiboot auf dem Kopf wieder lebend aufzutauchen auch noch feststellen, dass sich meine GoPro samt ungesichertem Video- und Fotomaterial der letzten 5 Tage bei der ganzen Nummer verabschiedet hat. Damit war die Laune und meine Fähigkeit zum Kapitän vollends den Bach runter gegangen und ich hab den Rest der Fahrt stillschweigend am Ende des Bootes mit den Gedanken verbracht, dass ich von vornherein wusste das Rafting scheiße ist. Gekostet hat mich das Rafting bei einer der günstigeren Agenturen, gebucht über unseren Hostel Manager 20US Dollar- auch hier hätten ich vielleicht lieber 30US Dollar bezahlen sollen und einen der besseren Tour Anbieter gewählt.

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