Cold Hawaii – Ein Road Trip durch Dänemark

Da wir bereits im Vorjahr die Sommerferien für einen Road Trip nach Skandinavien genutzt haben, wollten wir dies eigentlich nicht unbedingt direkt im Folgejahr wiederholen und stattdessen lieber gen Süden aufbrechen. Wie das so ist mit den Plänen und unverhofft kommt doch zu oft, zogen uns dieses Jahr familiäre Anlässe in den hohen Norden. Da wir Dänemark bisher aber noch nicht bereist hatten, sahen wir dies als Chance unsere weißen Flecken auf der Karte auszuradieren und auf dem Weg dorthin, nebenbei noch die Surf- und Kitesurfspots im Norden Deutschlands zu erkunden.

Dänemark im Sommer eignet sich hervorragend für einen Road Trip für alle Outdoor- und Naturverliebten. Die Temperaturen sind angenehm und auch im Wasser lässt es sich aushalten. Für alle Kitesurf- und Windsportbegeisterten kann Dänemark auch im Sommer mit einer sehr guten Windstatistik punkten.

 

Erster Stopp unserer Tour war der Kitesurf Hotspot Sankt Peter Ording, wo aktuell die Kitemasters stattfanden. Neben dem neuesten Material hast Du hier die Gelegenheit die besten deutschen Kitesurfer in spannenden Wettkämpfen zu erleben und selber das neueste Material der führenden Marken zu testen. Nach ein paar windreichen Tagen ging es weiter in Richtung Dänemark. Unsere Route führt uns vorbei an Fjorden und endlosen Graslandschaften. Auf den Straßen geht es hier gemächlich zu – der Verkehr ist hier mehr als überschaubar und nur alle paar Kilometer kommt einem ein Auto entgegen. Auch wenn wild campen hier nicht erlaubt ist, finden wir immer irgendwo ein Plätzchen wo wir niemanden stören – zum Teil auf öffentlichen Parkplätzen mitten im Wald, oder direkt an einem Fjord mit Blick aufs Wasser. Alternativ weichen wir auf einen der zahlreichen Camping- oder Wohnmobilstellplätze aus. Wir fahren über Hvide Sande am Ringkøbing Fjord entlang und haben eine der besten Kitesessions auf unserem Road Trip in Kloster. Das Wasser hier ist durch die Menge an Seegraß spiegelglatt und man hat endlos Platz, wenn man sich einmal durch den engen Zugang und das Schilf manövriert hat.

 

WIldcampen mit Blick auf den Fjord

Wem es dort schon gut gefällt, der sollte unbedingt weiter in Richtung Norden fahren. Man hat das Gefühl, je weiter nördlich man fährt, desto schöner wird es. Spätestens in der Region um den Nationalpark Thy fällt es einem schwer die Augen auf der Straße zu lassen. Das hier ist Dänemark wie im Bilderbuch. Von hier ist es auch nur noch einen Katzensprung in die nördlichste Surferhochburg Klitmøller, auch bekannt als „Cold Hawaii“.

 „Cold Hawaii“ – Surfkultur und kalte Wellen in Klitmøller

Neben Sylt ist Klitmøller einer der Nordsee-Hotspots zum Wellenreiten – allerdings vor allem im Winter. Wenn der Wind hier leicht offshore bläst und die Wellenkämme über den Muschelriffen zu perfekten Linien formt, werden hier sogar Surfcontests ausgetragen. Im Sommer sieht man hier vor allem deutsche Ferientouristen an Land und Kitesurfer im Wasser. Die Surfbedingungen sind aufgrund des stark pustenden onshore Windes maximal unbrauchbarAllen schlechten Surfbedingungen zum trotz lasse ich es mir nicht nehmen hier zumindest mindestens eine Welle zu surfen. Die Surfboards sollen ja nicht umsonst mitgereist sein.

Die Surfkultur ist Omnipräsent in Klitmøller und so gibt es neben zahlreichen Surfshops auf dem örtlichen Campingplatz extra eine „Surferwiese“, auf der man als Surfer mit seinem Campingbus für 10€ die Nacht stehen darf, inklusive heißen Duschen und Co. Eine Absolute Empfehlung die wir unseren Bloggerkollegen Isa und Clemens vom Coldwatermag verdanken! Pflichtlektüre für alle die mehr über das Surfen in Dänemark erfahren wollen.

Die Wellen wollen uns an diesem Tag leider nicht gnädig sein und wir entschließen uns in die Surfkultur von Klitmøller einzutauchen. Neben ein paar Lokalen Labels wie dem Klitmøller Collective, dem Surfshop sowie Shaper Columbus Surfboards findet sich in Klitmøller sogar ein kleiner Co-Working Space für alle surfenden Nomaden die mal ein paar Stunden stabiles WiFi und einen Arbeitsplatz benötigen.

Direkt neben dem Co-Working Space befindet sich der kleine Laden SlowWorks von Trols und Bente welche hier selbstgemachte und nachhaltige Kleidung sowie Grafiken und Drucke produzieren und verkaufen. Die beiden geben uns einen kleinen Einblick über Ihr Leben sowie das Surfen in Klitmøller – das Interview könnt Ihr hier lesen. Der Forecast für den nächsten Tag ist zwar nicht all zu vielversprechend, da der Wind immer noch recht stark pustet, da sich die Windrichtung aber etwas ändert schickt uns Trøls an einen seiner Lieblingsspots Hanstholm etwas weiter nördlich. Hier kommt der nun etwas südlichere Wind fast offshore – die Wellen sind aber leider zu klein und kraftlos, so dass außer ein paar Windsurfern keiner hier sein Glück probiert. Wir sind nicht böse darum, genießen noch die Aussicht und den Geruch der Fischfabriken bei einer traditionellen dänischen Matjes-Brotzeit in der Hanstholm Madbar und treten langsam aber sicher sehr zufrieden den Rückweg in die Heimat an.

Dänemark hat uns auf jeden Fall nachhaltig beeindruckt – die nähe zur Natur scheint hier einen signifikanten Einfluß auf das Leben der Menschen zu nehmen. Man geht die Dinge entspannter an und lässt gerne fünfe gerade sein. Zwischenmenschliches zählt und Hektik vermisst man keineswegs. Die positiv-entspannte Grundstimmung liegt hier überall in der Luft – danke das wir dass erleben durften. Wir kommen wieder, keine Frage!

Tipps für deinen Road Trip nach Dänemark:

Lebenshaltungskosten, vor allem Lebensmittel und besonders Alkohol sind in Dänemark verhältnismäßig teuer. Vorher Einkaufen lohnt sich also.

In Skandinavien, besonders in Dänemark hat man sich daran gewöhnt selbst kleinste Dinge bequem mit Kreditkarte zu bezahlen. Vor allem manche Tankstellen akzeptieren kein Bargeld mehr. Wir empfehlen Dir unbedingt die kostenlose DKB Kreditkarte vor deinem Trip zu beantragen.

Wildcampen ist entgegen landläufiger Meinung in Dänemark nicht grundsätzlich erlaubt.

Geschwindigkeitsbegrenzung Außerorts ist 80km/h. Es wird auch mitten in der Pampa geblitzt und Tickets sind wesentlich teurer als in Deutschland!

Weitere Road Trip, Camping und Vanlife Tipps findest du in diesem Artikel

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