Sri Lankan Summers II: Surfen in Arugam Bay

Nach drei Wochen Kitesurfen in Kalpitiya wuchs der Drang nach ein paar ordentlichen Wellen und wir entschlossen uns über einen Zwischenstopp in Kandy, an die Ostküste nach Arugam Bay zum Surfen zu fahren. Knapp 210 Kilometer und ca. 3,5 Stunden Fahrtzeit veranschlagte Google für die Strecke.

Roadtrip nach Arugam Bay

Nachdem wir bereits für die Hälfte der Strecke über 3 Stunden gebraucht haben, wurde uns klar, dass das nicht so ganz hinkommen wird. Über kurvige Strassen, die sich durch die wunderschöne Landschaft schlängelten, aber bauartbedingt oft über lange Strecken nur eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca 30km/h zuließen, setzten wir unsere Reise nach Arugam Bay in unserem lustigen Microbus fort. Vorbei an Reis- und Teeplantagen schlängelten sich die Straßen durch ein sehr ursprüngliches Sri Lanka. Klingt total romantisch, ist aber ein echtes Abenteuer. Ab und an schneidet ein Reisebus mit völlig überhöhter Geschwindigkeit die Kurven und alle paar Kilometer liegen LKWs und bereits genannte Reisebusse im Straßengraben — teilweise ausgebrannt. Straßen enden von jetzt auf gleich in Schotterpisten mit 30cm Versatz zwischen Straße und Geröllboden und zu guter letzt hatte ich mir am Vorabend, wie das so passiert, den Magen verdorben und jammerte eigentlich die ganze Fahrt über nur rum. Daniel fuhr die Strecke und hatte außer meiner nervigen Art noch mit den schmalen Strassen und den Fahrkünsten der LKWs und Reisebusse zu kämpfen. Frei Nach dem Motto: Möge der Stärkere gewinnen.

Zwischenstopp an einer Teeplantage in Sri Lanka

Teepflücker in Sri Lanka

Ankunft & Hotels in Arugam Bay

Nach gut 8 Stunden schweißtreibender Autofahrt von Kandy, aber letztlich total glücklich überlebt zu haben, kamen wir in Arugam Bay an der Ostküste an und wurden schon von fleißigen Zimmervermittlern am Straßenrand begrüßt. Nachdem wir uns 2 Unterkünfte angesehen hatten entschieden wir erstmal auf eigene Faust weiterzusuchen, was sich letztlich als kluge Entscheidung rausgestellt hat. Die Unterkünfte am Anfang der Hauptstraße kann man getrost ignorieren. Aufgrund der Lage und erstem Eindruck entschieden wir uns für ein Zimmer im Rupas Surfhouse. Leider, wie sich später herausstellte war dies nicht die allerbeste Wahl und daher nicht wirklich empfehlenswert. Rupas hat zwar eine ziemlich gute Lage zum Haupt Surfspot von Arugam Bay, wird aber leider von einem komplett unfähigen wie unfreundlichem Management betrieben. Außer der Typ im Surfshop — der war cool.

Kaum im Zimmer angekommen, zog es uns direkt vor die Tür in Richtung Wellen. Der Hauptspot von Arugam Bay, ein Reefbreak direkt vor der Haustür, war so überlaufen, dass wir uns entschieden surfen auf morgen zu vertagen und Arugam Bay’s Ortskern zu erkunden um unsere Energiezellen wieder aufzuladen. Arugam Bay ist komplett anders als die touristisch unerschlossene Westküste um Kalpitya. Kein Wunder — bereits mein Vater war schon in den 70er Jahren in Sri Lanka und schon damals traf man dort auf die ersten Surfer. Arugam Bay ist heute in aller Welt als Surfdestination bekannt und durch entsprechend gute Anbindung an die westliche Welt auch entsprechend touristisch erschlossen. Geprägt durch den internationalen Tourismus sind hier Burger- und Pizzaläden so zahlreich wie Surfshops. Der Hunger trieb uns direkt in den kleinen Burger Laden, der voll mit Touristen war. Auch der war leider ein Reinfall – Daniel liebt gute Burger, aber dieser war so schlecht, das er zur Hälfte auf dem Teller liegen blieb. Dazwischen gibt es aber immer noch einige ursprüngliche kleine Restaurants die lokales Essen zu humanen Preisen bieten. Zum Frühstück kann ich den Fruit Salat aus dem kleinen Strassenlokal Food Garden an der Hauptstrasse empfehlen. Das gibt dir alles, was du für einen guten Start in den Surftag brauchst. Um Geld zu sparen, gab es Mittags oftmals einfach nur Obst, welches wir vorher an einem der zahlreichen Straßenstände gekauft haben. Abends sind wir des öfteren im Green Room gelandet, welchen ich ebenfalls uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Die Preise sind durch den Tourismus definitiv höher als an der Westküste des Landes, aber dennoch ist auch für Budgetreisende Westeuropäer alles bezahlbar.

Surfen in Arugam Bay

Am nächsten Tag stand endlich Surfen auf dem Programm. Schnell ein Surfboard an einem der zahlreichen Surf-Rentals für 5 Euro am Tag geliehen und mit den Hinweisen des Dudes aus unserem Surfshops folgend, den Microvan in Richtung Norden zum Whiskey Point gesteuert. Es ist wirklich von Vorteil hier vor Ort ein Auto zu haben, denn wie sich herausstellte, befinden sich die wirklich guten Surfspots von Arugam Bay ca 15-20 Fahrminuten nördlich oder südlich von Arugam Bay entfernt. Dies führt dazu, dass der Point am Hauptstrand von Arugam Bay permanent ziemlich voll ist, was bei den umliegenden Spots nicht der Fall ist. Wir verbrachten die meisten Stunden im Wasser am Whiskey Point an dem täglich 2-4 Fuss Swell reinkamen und eine perfekte Anfängerwelle produziert. Dazu kommt die angenehme Wassertemperatur von 29 Grad, was für für mich und meine ersten Wellenreiterfahrungen den Spot perfekt machte.

Sri lanka Whiskey Point
Ausblick auf Whiskey Point

Surfen am Whiskey Point Arugam Bay

Surfen lernen in Sri Lanka
Das erste Mal stehend auf einer Welle — ein unglaubliches Gefühl!

Surfspots Arugam Bay

Surfspots gibt es jede Menge an der Küstenlinie- von Anfänger-Spots wie Banana Farm, bis hin zu den Reefbreaks in Arugam Bay. Wer keine Lust auf den Trubel in Arugam Bay hat, kann sich auch an den meisten Spots direkt am Strand eine Unterkunft suchen. An der Beachbar vom Whisky Point könnte ich locker zwei Wochen verbringen, ohne einmal den Drang zu haben nach Arugam Bay fahren zu müssen. Ein weiterer kleiner Geheimtipp für alle die keine Lust auf Tourirummel haben: ein kleines Guesthouse am Lighthousepoint, nördlich von Arugam Bay. Dort wohnt man in offenen Hütten auf Stelzen mitten in einem Palmenhain, direkt am Surfspot. Abends gibt es authentische Sri-Lanka-Küche und man isst zusammen mit den maximal 8 anderen Gästen. Strom gab es auch nur abends über einen Generator. Wer es romantisch und ein wenig ab vom Schuss mag, ist dort genau richtig. Wie so oft lohnt es sich etwas abseits des Touristenorts nach einer netten Unterkunft zu suchen.

Wissenswertes zu Arugam Bay:

  • Unterkunftspreise liegen zwischen 15-45€ pro Nacht/ Zimmer
  • Essenspreise variieren zwischen 5€ für ein einfaches, 10-15€ für ein umfangreicheres Abendessen.
  • Surfboard rental ab 5,-/Tag
  • Ein Mietwagen macht Sinn, wenn man viele Spots anfahren möchte
  • Es gibt einen günstigen Bustransfer von Colombo nach Pottuvil (ca.10€/8-9 Stunden)

Willst du mehr übers Surfen in Arugam Bay bzw. Sri Lanka im allgemeinen wissen? Schau dir auch den Surfguide zu Sri-Lanka von Stefan von Travelonboards an oder den Beitrag über Surfen in Sri Lanka auf Meerdavon.

  1. Pingback: SPOT CHECK |Wellenreiten light - Surfen in Sri Lanka ☯ › travelonboards.de

  2. Pingback: Was du vor deinem Surftrip nach Sri Lanka wissen solltest | TeardropSURF

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