Sri Lanka Summer Part I: Kitesurfen in Kalpitiya

6 Wochen Low-Budget-Urlaub in den Sommerferien mit Sonne, Wind UND Wellen, gleichzeitig an einem Ort, wo ich noch nicht war? Klingt erstmal nach einem Ding der Unmöglichkeit. Irgendwann landeten wir während unserer Recherchen bei Sri Lanka. Sonne: ✓. Günstig: ✓. Wind: Durch den Nord-Ost-Passat, der im Sommer auf die Insel als Süd-West-Monsun trifft, bietet die Westküste eine Windausbeute von fast 100 Prozent, während gleichzeitig an der Ostküste superkonstante Süd-Ost Swells von ca 4-6 Fuß an die Küsten laufen: ✓✓. Gesagt, gebucht: Wir haben uns ein Haus mit 6 Schlafplätzen in Kalpitiya an der Ostküste für ca 700€/Monat gebucht, da es danach weiter an die Ostküste Richtung Arugam Bay gehen sollte. Der kleine Ort Kalpitya befindet sich ca zwei Fahrstunden entfernt nördlich von Colombo an der Puttalam Halbinsel und eignet sich dank der Flachwasserlagune perfekt zum Kitesurfen. Angekommen in unserem kleinen Dorf, nahe der Lagune, stellten wir fest, dass wir dort fast die einzigen Touristen sind und unser illustres Grüppchen, aus vorwiegend blonden Mädels, wurde dementsprechend “neugierig” beäugt.

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Um mobil zu bleiben, haben wir uns vor Ort über unseren Hausvermieter einen Micro-Minivan für ca 15,-/Tag organisiert, in den auf jeden Fall mehr Kram reinging als augenscheinlich denkbar. Nach kurzer Zeit hat sich der Urlaubsalltag eingestellt, auf den wir es abgesehen haben: aufstehen, zur Lagune fahren, den ganzen Tag kitesurfen, zusammen kochen, schlafen und am nächsten Tag das Ganze wieder von vorn. Mit unserem Mini Bus fuhren wir fast täglich nach Kalpitya, um frisches Gemüse, Obst und Fisch an den kleinen zahlreichen Läden zu kaufen. Ein lustiger kleiner Brotwagen kündigte sich mehrfach am Tag mit seiner skurril-schrillen Musik an und brachte uns Brot sowie diverse lokale Backspezialitäten. Auf westliche Ansprüche muss man hier weitestgehend verzichten: Es gibt keine Supermärkte, sondern ausschließlich kleine Läden, die gerade haben, was die Ernte oder der Fang des Tages zu bieten hat. Nicht vergleichbar mit den meisten Ecken Südostasiens. Hier hat’s tatsächlich noch kein gelbes M oder internationale Coffeeshopketten hinverschlagen. Alkohol gibt es, ähnlich wie in Marokko, nur zu bestimmten Zeiten an einem speziellen Laden mit ebenfalls speziellen, musilimisch geprägten Öffnungszeiten oder halt wie der Besitzer gerade Lust und Zeit hat. Es gibt eine Apotheke, welche neben den gängigen Medikamenten einen kleinen Vorrat westlicher Produkte, wie Nescafe (der einzige auftreibbare Kaffee zu der Zeit) oder Nutella bereit hält.

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Highlight des Trips, neben der gewonnenen Weltmeisterschaft und unserer doch wohl außergewöhnlichen Public-Viewing-Variante unter Palmen, war ein Bootstrip zur “Paradise Island”. Mit einem Motorboot ging es früh morgens Richtung nördliche Puttalam-Lagune. Nach etwa einer Stunde erreichten wir den Zwischenstopp. Wir pumpten unsere Kites auf einer kleinen Insel auf und nun kiteten wir 5km mit dem Wind zu der eigentlich Insel. Dank konstantem Wind glitten wir zügig entlang zahlreicher kleiner Inseln deren Ufer mit Seesternen gesäumt waren, bis wir schließlich nach ca. 45 Minuten  “Paradise Island” erreichten. Konstante 20 Knoten ablandiger Wind und demnach spiegelglattes Wasser mit nur einer handvoll Kitern: ein wahrgewordener Traum. Was in Kalpitya täglich schon ganz als “ganz gut” zu bezeichnen war (wenn doch manchmal recht böig) war dies auf jeden Fall der absolute Knaller. Wir verbrachten die Zeit auf dem Wasser oder bei kurzen Päuschen mit frischer Kokussnuss im Schatten.

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Nach der sehr unruhigen 1,5-stündigen Rückfahrt mit dem kleinen Boot landeten wir müde aber zufrieden wieder in Kalpityia und wurden noch mit einem postkartenmäßigen Sonnenuntergang belohnt.

Wer Spass am Kitesurfen und dem einfachen Leben hat, der kann in Sri Lanka immer noch kostengünstig und fernab westlichem Touristenrummel mehr als nur gut und günstig leben und hat eines der besten Reviere zum Kitesurfen, welches noch weit entfernt davon ist überlaufen zu sein.

Zuletzt ein paar Reiseinfos:

  • Optimaler Reisezeitraum zum Kitesurfen: Mai-Sept & Mitte Dez. bis Ende Februar
  • Hinkommen: von allen großen Flughäfen nach Colombo je nach Reisezeit zwischen 450-700€ hin/zurück über Skyscanner
  • Unterkommen: Privat über so genannte Longtermrentals. Google ist Euer Freund. Wir haben hier gebucht. 700€/4 Wochen Haus mit 3 Schlafzimmern. Darüber hinaus hat Kalpitiya einige Kitecamps wie zB das De Silva Camp .
  • Wer kein Freund von Selbstorganisation ist, wird bei den üblichen Reiseanbietern, wie Kitereisen.com, fündig.

Hat dich die Lust gepackt und du möchtest dieses Jahr auch endlich Kitesurfen lernen? Lies dir hier Ninas Artikel mit den wichtigsten Tipps für Anfänger durch.

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