Surfen im Winter – Hier findest du die besten Wellen

Surfen im Winter — wer meint, gute Wellen und akzeptable Temperaturen finden sich ausschließlich in der südlichen Hemisphäre, der irrt sich. Spätestens nachdem die ersten Herbsttage ins Land gezogen sind und die Sommerklamotten längst im Schrank verstaut wurden, juckt es meist schon wieder in den Füßen. Die Sucht nach Sonne, Strand und Wellen macht sich langsam aber stetig bemerkbar. Flüge werden gecheckt und Forecasts studiert. Heutzutage limitiert nur noch verfügbare Zeit und das Portemonait die mittlerweile schier endlose Auswahl an warmen Surfdestinationen im europäischen Winter. Ob Jahreswechsel oder Spätwinter; wer in der kalten Jahreszeit Wellen reiten will, für den haben wir und ein paar Bloggerkollegen ein paar persönliche Empfehlungen für Euren nächsten Wintersurftrip zusammengestellt:

Kanarische Inseln / Fuerteventura

Für Surfnomade Julian ist Wellenreiten der wundervollste Sport der Welt, für den er sein ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat. Mit seinem Blog Business und Surfboard bereist er den blauen Planeten und hat schon so einigen exotischen Wellen einen Besuch abgestattet. Doch einem Reiseziel bleibt er auch nach dutzenden Surftrips immer treu: Fuerteventura!

Das kleine Hawaii Europas ist bekannt als Insel des ewigen Frühlings, denn richtig kühl wird es hier nie – richtig grün allerdings auch nicht. Trotzdem ist klar: Als wellenhungriger Winterflüchtling nach nur vier Stunden im Flieger die frische Frühlingsluft zu atmen, die nach Meer und Surfabenteuern riecht, ist einfach unbezahlbar.

Zudem vereint Fuerteventura fast alle Kriterien, die eine perfekte Winterdestination ausmachen: Konstante Swells, erstklassige Riffwellen, günstige Lebenshaltungskosten und klares warmes Wasser, so dass du an sonnigen windarmen Tagen selbst im tiefsten Winter noch ohne Neoprenanzug ins Line Up paddeln kannst. Und im Gegensatz zu den kanarischen Nachbarinseln Lanzarote, Gran Canaria und Teneriffa bietet Fuerteventura auch viele sanfte Beachbreaks, die sich besonders gut zum Surfen lernen eignen. Einziger Wehrmutstropfen ist vielleicht der nervige Nordostwind, dem im Winter aber glücklicherweise auch immer mal wieder die Puste ausgehen kann. 

Auch in Sachen Surf-Infrastruktur hat Fuerteventura einiges zu bieten: Eine relativ junge und familiäre Surfschule, die gute Arbeit leistet und auch stilvolle Surfunterkünfte anbietet, ist das Surf Institute. Auch in dem deutlich größeren Surfcamp FreshSurf in El Cotillo fühlen sich viele deutsche Urlaubssurfer wohl.

Marokko / Tamraght & Taghazout

Thomas von GET WET SOON ist Texter und Fotograf und kann sich das Reisen ohne Surfboard seit 15 Jahren überhaupt nicht mehr vorstellen. Vor fünf Jahren begann er außerdem Yoga, das nun ebenso mit seinem Leben verwoben ist. Auf seinem Blog, den er im Februar 2016 gelaunched hat erzählt er Geschichten über Menschen und Orte, die auf diesen Reisen seinen Weg kreuzen.

Winterzeit, ein schwieriges Thema. So widersprüchlich es auch klingen mag, aber ich find es immer wieder schön den November und Dezember in Deutschland zu sein. Die Jahreszeit hat eine wunderbar entschleundigende Auswirkung auf meine Umgebung.  Und dabei geht zu der Zeit an so vielen Orten dieser Welt wellentechnisch jede Menge: dieses Jahr werde ich wieder ein paar Wochen in Marokko verbringen und zwar im kleinen Örtchen Tamraght kurz vor Taghazout. Auch hier herrscht absolute Entschleunigung. Allerdings der etwas nasseren Art, denn genau zu der Jahreszeit erreichen in der Gegend weltklasse Wellen die schroffe Küstenregion und laden damit zu etlichen unvergesslichen Stunden im Salzwasser ein.

Die meisten davon dann Rechtshänder, was für „regular“ Wellenreiter ohnehin ein Traum ist.  Und da in der Gegend um Taghazout nicht viele „Attraktionen“ gibt, die einen unnötig ablenken könnten, verbringt man seine Zeit glücklicherweise mit den essentiellen Dingen des Lebens: gutes Essen, gute Gespräche mit netten Leuten, man nimmt mal wieder ein gutes Buch zur Hand, was ja auch nicht zu unterschätzen ist und kann morgens und abends prima noch seine Yogaeinheiten unterbringen. Kurzum: In Marokko fühlt man sich sehr schnell heimisch. Die besten Surfspots können innerhalb von zehn Minuten angefahren werden. Die Sonne schickt die nötige Wärme, das Meer sorgt für dementsprechende Abkühlung.

Andalusien / El Palmar

Stefan ist reisender Journalist und der surfende Schreiberling von travelonboards.de. Auf seinem Blog berichtet er von seinen Surftrips und gibt Tipps und Informationen zum Surfen, Kitesurfen und Reisen mit einem Board im Gepäck. Stefans Zuhause ist Hamburg, aber nach einem zweijährigen Surftrip kann er nicht mehr zu lange an einem Ort ohne Wellen und Wind bleiben – also packt er so oft es geht den Boardbag mit den Brettern, die für ihn die Welt bedeuten.

Andalusien ist die perfekte Region zum Surfen in der Winterzeit- im spanischen Süden macht die Sonne nämlich keine Winterpause!

Andalusien gilt nach den Kanaren als die wärmste Surfregion Europas! Du kannst viele Stunden im Wasser verbringen, ohne dabei zu frieren – für die meisten reicht ein 4/3-Neoprenanzug. Rund 300 Sonnentage im Jahr und milde Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad in den Wintermonaten machen das Wellenreiten in Andalusien  angenehm. Das Angebot an Surfspots ist reichlich, vom Beachbreak bist Pointbreak ist hier so alles vorhanden, was Surf-Einsteiger und Profis gerne unter dem Surfboard haben! Vielleicht gibt es hier kein Übermaß an Weltklasse-Wellen, aber in Andalusien findet jede Könnerstufe die Welle, die am besten passt. Sollte es mal keine Wellen haben, findest du hier genug, um dir die Zeit zu vertreiben. Die andalusischen Hügel gelten bei Kletterern als Geheimtipp, wer mehr Lust auf Shoppen, nette Parties oder Party hat, der ist in Tarifa super aufgehoben.

Viele der Surfcamps haben hier das ganze Jahr über geöffnet, vor allem zwischen Oktober und April ist an den Stränden – und damit im Line-Up – wenig los. Das A-Frame Surfcamp in El Palmar oder die Surf-WG Intoosurf sind super Unterkünfte inklusive Surfkurs direkt am Spot.

Lies unseren Spotguide zu El Palmar: Surfen in Andalusien

Portugal / Algarve

 

Natürlich darf in einem Winterguide auch eines der beliebtesten Winterziele Europas nicht fehlen — die Algarve. Wem nördliche Gefilde Portugals zu frostig sind, der findet auch im Winter in der Algarve mindestens Frühlingshafte Temperaturen. Unzählige Strände, einsame Buchten und ein allseits entspannter Vibe machen die Algarve zum beliebten Winterfluchtort vieler europäischer Surfer. Die Westküste bietet unzählige Beach- und Pointbreaks und auch weiter im Süden finden sich neben den Städten Sagres und Lagos etliche Surfspots. Die Vorzüge der Algarve im Winter einen Besuch abzustatten sind zahlreich — es herrscht Nebensaison und damit sind nicht nur die Flugpreise relativ günstig sondern auch die Unterkünfte zahlreich und günstig zu haben. Die beliebtesten Surfspots an der Westküste sind Praia Amado, Carapateira und Arrifana — aber Obacht ist geboten im Winter, denn aufgrund der nach Westen offen ausgerichteten Buchten treffen die Winterswells hier ungebremst auf die Küste, was nicht selten zu Bedingungen führt die nur noch Profis vorbehalten sind, checkt daher unbedingt vorher die Forecasts. Wird es an der Westküste zu fett, findet Ihr im Süden geschütztere Spots wie z.B. Beliche oder sollte es mal richtig (!) groß werden oder Südswell geben auch den Südstrand von Sagres. Es lohnt sich auch hier einfach mal auf Entdeckungstour zu gehen!

Für alle, denen Europäische Destinationen schon zu langweilig geworden sind, für den haben wir noch abschließend eine exotische Tripempfehlung von Heidi:

Costa Rica – Santa Teresa

meerdavon (www.meerdavon.com) ist ein Surf & Travel Blog für Mädels und alle, die das Meer lieben. Salzwasser Junkie Heidi schreibt über die besten Surfdestinationen, Surf Know How und alles rund um den Surfer Lifestyle.

Du willst Schnee, Kälte und dem trüben Winter in Europa entfliehen? Costa Rica bietet das perfekte Kontrastprogramm für dein Surferherz! In der Trockenzeit von Dezember bis April ist es an der Pazifikküste brütend heiß und jeder trägt nur das absolute Minimum an Klamotten. In Costa Rica surfen funktioniert zwar ganzjährig, aber im deutschen Winter kommen z.B. auf der Nicoya-Halbinsel zwei tolle Dinge zusammen: Fantastisches Wetter und oftmals Offshore Wind. Die Wellen sind in dieser Zeit vielleicht nicht so extrem hoch wie im Sommer, aber Mega-Brecher braucht ja auch nicht jeder. Es läuft trotzdem jeden Tag etwas Surfbares, das dir ein fettes Lächeln ins Gesicht zaubert!

Ich fahre gern nach Santa Teresa bei Mal Pais, z.B. zu Ranchos Itauna oder ins Zopilote Surfcamp. Die endlos langen Sandstrände werden von wildem Dschungel eingerahmt und sind im Gegensatz zu Festungen des Surftourismus wie Bali noch halbwegs unberührt. Obwohl dieser Flecken Erde längst kein Geheimnis mehr ist, verteilt sich das Dutzend Surfer im Wasser sehr gut und es gibt Wellen für jedes Niveau – von mittelgroßen mellow Waves bis zu hohlen schnellen Brechern ist alles drin. Morgens kurz nach Sonnenaufgang und am späten Nachmittag surft man sich die Seele aus dem Leib, dazwischen ist Chillen im Schatten angesagt. So sieht Pura Vida aus!

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